Magdeburg gegen berlin: das duell, das die meisterschaft enträtselt

Sechs Punkte Vorsprung, neun Spiele noch – und dann kommt der Gegner, der die Titelträume der Füchse am Leben hält. Am Samstag um 16.05 Uhr empfängt der SC Magdeburg den Meister Berlin. Die beste Abwehr der Liga trifft auf den besten Angriff. Das klingt nach Handball vom Feinsten. Es ist genau das.

Mann gegen mann: kristjansson fordert die leistung seines lebens

Gisli Kristjansson spricht selten lange. Diesmal sagt er nur einen Satz, der alles sagt: „Gegen die Füchse brauchen wir eine Top-Performance – und die wollen wir liefern.“ Der Isländer weiß, dass Berlin seit Wochen auf Tuchfühlung reitet. 24:0-Tore-Serie in Leipzig, 40 Tore gegen Stuttgart. Die Füchse schießen sich warm, während Magdeburg nach der Länderspielpause erst wieder in den Takt finden muss.

Bennet Wiegert will genau diese Frische nutzen. „Das kommt jetzt einfach gut“, sagt der Trainer und meint die Partie, nicht den Gegner. Er spricht von „grenzenloser Freude“, von „positiver Energie“, als wäre dieses Spiel ein Geschenk – und kein Sprengstoff in der Tabelle. Dabei weiß jeder in der Messestadt: Verliert Magdeburg, schrumpft der Vorsprung auf drei Punkte. Dann wird aus Vorsprung Zittern.

Die zahlen, die die karten neu mischen

Die zahlen, die die karten neu mischen

Berlin kassierte in dieser Saison erst 690 Tore – so wenig wie kein anderer Klub. Magdeburg erzielte 824 Treffer – mehr als jeder andere. Statistiker nennen das „Kopf-an-Kopf-Rennen auf Augenhöhe“. In der Halle klingt das nach Knirschen. Die Füchse haben ihre Auswärtsschwäche abgelegt: vier Siege in Folge fern der Hauptstadt. Magdeburg verlor daheim nur einmal – vor drei Monaten. Gegen Berlin.

Die Rückkehr der Nationalspieler schickt zusätzliche Wellen durch die Kabine. Johannes Golla und Luca Witzke liefen für Deutschland auf, Damgaard und Landin für Dänemark. Die Belastung steigt, die Regeneration sinkt. Genau das lieben die Stars. „Zu gewinnen ist immer gut“, sagt Kristjansson und klingt, als wäre der Sieg schon eingepackt. Dabei kennt er die Geschichte: In den letzten drei Saisonen entschied erst das letzte Spiel die Meisterschaft.

Um 18.00 Uhr dürfte klar sein, ob Berlin die Lücke wieder aufreißt oder Magdeburg die Machtverhältnisse zementiert. Dann steht auch fest, ob die Füchse wirklich Jäger bleiben oder zum Gejagten werden. Eines ist sicher: Wer dieses Spiel verliert, muss bis Mai sprinten. Die anderen können laufen.