Lüthi wirft nach 28 jahren das handtuch – und spricht vom «geilsten job der welt»

Marc Lüthi ist weg. Nach 28 Jahren, fünf Sportchefs, neun Trainern und einem Meister-Titel 2019 verlässt der Mann, der den SC Bern prägte, die Arena an der Gatte. Sein Abschied kommt nach einer Saison, die bereits in den Play-Ins gegen Rapperswil-Jona endete – und die Lüthi als «Lehrstück» bezeichnet.

Der 61-Jährige zieht in der «Berner Zeitung» eine schonungslose Bilanz: «Einige Führungsspieler hätten vorangehen sollen, konnten es aber nicht.» Er nennt Miro Aaltonen, der nach sieben Treffern in zehn Spielen im Vorjahr diesmal nie in Fahrt kam. Er zählt acht Partien mit sieben U22-Spielern wegen Verletzungspech. «Das gab es noch nie», sagt Lüthi. Und: «Von einem 21-Jährigen kann man nicht erwarten, ein Team zu tragen.»

Die pandemie als glücks-grenze

Bis 2020, so die These des scheidenden CEO, habe der SCB «das notwendige Glück» besessen. Danach schwand es. Die personelle Geisterbahn nahm ihren Lauf. Lüthi verteidigt die Philosophie «Mannschaft bleibt, Trainer ist austauschbar» – eine Doktrin, die Titel brachte, aber auch Frust schuf. «Es gibt Gründe, warum einzelne Sportchefs nicht funktioniert haben», sagt er. Mehr verrät er nicht. Schweigen ist Teil des Abgangs.

Die Saison 2024/25? Lüthi prophezeit Platz drei bis neun. «Souverän», betont er. Dann fällt das Wort «Erleichterung». Seine Rückkehr 2017 nannte er «Fehler». «Ich war nicht mehr ich selbst», sagt er. Jetzt will er reden, aber nicht kommentieren. «Ich werde nicht zum Erich Vogel.»

Der geilste job der welt – und danach?

Der geilste job der welt – und danach?

Lüthi schließt mit einer Liebeserklärung: «Ich hatte den geilsten Job der Welt. Er hielt mein Gehirn jung.» Bleibt die Frage, wer das Erbe antritt. Interne Kandidaten? Externe Revoluzzer? Der SCB sucht einen neuen Kapitan, während Lüthi endlich vom Eis verschwindet – ohne sich umzusehen.