Luc tardif verzichtet auf zweite amtszeit – iihf steht vor machtwechsel

Luc Tardif wird im Oktober nicht mehr für eine zweite Amtszeit als Präsident des Internationalen Eishockey-Verbandes kandidieren. Der 73-jährige Franzose zieht sich nach fünf Jahren an der Spitze der IIHF zurück – und löst damit ein Machtvakuum aus, das die Eishockey-Welt bis zur Wahl in drei Monaten beschäftigen wird.

Tardif überlässt der jüngeren generation das feld

„Ich glaube, dass es Zeit für eine neue Führungspersönlichkeit ist“, sagte Tardif in einem am Sonntag veröffentlichten Statement. Der Satz klingt wie ein klassischer Rücktritt – doch dahinter steckt mehr als nur ein persönlicher Rückzug. Tardif verabschiedet sich aus einem Amt, das er seit 2021 innehat, nachdem er den langjährigen Schweizer Präsidenten René Fasel abgelöst hatte. Seine Wahl war damals ein knappes Rennen gegen den Deutschen Franz Reindl, den Präsidenten des Deutschen Eishockey-Bundes.

Nun, fünf Jahre später, endet seine Amtszeit nicht mit einem Knall, sondern mit einem geplanten Abschied. „Die IIHF ist stark und stabil aufgestellt“, betonte Tardif – eine Formulierung, die nicht nur Selbstlob ist, sondern auch ein Signal an potenzielle Nachfolger: Der Verband ist kampfbereit, aber die Führung wird neu verteilt.

25 Jahre iihf: ein insider geht, ein offenes rennen beginnt

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Tardif war kein Quereinsteiger. Bevor er das Präsidentenamt übernahm, war er jahrelang Schatzmeister des Verbandes – ein Posten, der ihm tiefe Einblicke in die Finanzstrukturen der IIHF verschaffte. Genau dieses Wissen machte ihn damals zu einem glaubwürdigen Kandidaten. Nun, mit 73 Jahren und nach einem Vierteljahrhundert in Führungspositionen, zieht er sich zurück – und hinterlässt eine Organisation, die sich in einem permanenten Spannungsfeld zwischen Tradition und Modernisierung bewegt.

Die Frage ist nicht nur, wer Tardif beerbt, sondern auch: Welche Richtung wird die IIHF einschlagen? Die letzten Jahre waren geprägt von Expansion: neue Weltmeisterschaftsformate, der Kampf um die Olympische Teilnahme der NHL-Spieler, wachsende TV-Einnahmen. Doch auch Skandale begleiteten die Ära Tardif – von Korruptionsvorwürfen bis hin zur umstrittenen Vergabe von Turnieren.

Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht. Doch das Rennen wird hart. Und Tardif? Der wird nicht einfach verschwinden. „Ich setze mich für einen reibungslosen Übergang ein“, sagte er – ein Satz, der klingt, als wolle er auch nach seinem offiziellen Abschied noch Einfluss nehmen.