Lopetegui: der traum von der wm-bühne wird wahr – nach jahren des scheiterns!

Nach unfassbaren Turbulenzen und einer bittere Enttäuschung vor vier Jahren steht Julen Lopetegui kurz vor seinem WM-Debüt als Nationaltrainer. Der baskische Coach blickt mit einem Gemisch aus Erleichterung und Vorfreude auf die bevorstehende Weltmeisterschaft in den USA.

Ein steiniger weg zur späten anerkennung

„Es fühlte sich an, als ob mir das Leben eine WM schuldet, und nun habe ich sie endlich bekommen“, gestand Lopetegui in einem Interview mit Onda Cero. Seine Karriere war von Höhen und Tiefen geprägt, von Erfolgen in der Europa League bis hin zu dem schmerzhaften Rauswurf vor der WM 2018, als er überraschend zum Real Madrid wechselte – nur 48 Stunden vor dem ersten Spiel gegen Portugal. Ein Schachzug, der ihm von Luis Rubiales, dem damaligen Präsidenten des spanischen Fußballverbands, fatal angelastet wurde.

Die Geschichte, die Lopetegui in RNE erzählte, ist dabei bezeichnend: Er verzichtete freiwillig auf seine Teilnahme am WM-Kader 1994, da er mit einer schweren Lumbalgie zu kämpfen hatte. „Ich war ehrlich zu Clemente: Ich bin nicht in Topform. Lieber rufen Sie einen Spieler vom Celta“, so der heute 57-Jährige. Ein Akt der Selbstaufopferung, der letztlich dazu führte, dass Santi Cazorla seinen Platz einnahm und einen entscheidenden Treffer erzielte.

Der fokus liegt auf der gegenwart – und der zukunft

Der fokus liegt auf der gegenwart – und der zukunft

Nun, 32 Jahre später, soll er Qatar in die Weltmeisterschaft führen. „Wir sind unglaublich stolz darauf, dass wir das Land erstmals in der Geschichte – abgesehen von der Rolle als Gastgeber 2022 – für eine WM qualifiziert haben“, betonte Lopetegui. Seine Ansprache an die Spieler ist klar: „Wir haben etwas Historisches erreicht, aber wir wollen diesen Traum weiterspinnen.“

Lopetegui weiß um die Stärke der Gegner in der Gruppe B: „Die Schweiz ist ein eingespieltes Team, Kanada ist wahrscheinlich das beste Team der CONCACAF und Bosnien hat Italien und Wales ausgeschaltet. Sie werden uns fordern, aber wir müssen geschlossen auftreten, solide sein und unseren eigenen Charakter zeigen.“

Doch Lopetegui sieht die Herausforderung nicht als Schwäche an, sondern als Ansporn: „Es ist keine Kapitulation, sondern eine ehrliche Einschätzung unserer Lage, die uns wachsen lassen muss.“ Nach acht langen Jahren der Ungewissheit beginnt für Lopetegui ein neues Kapitel. Ein Kapitel, das er mit aller Kraft und Leidenschaft gestalten will.