Loch verteidigt weltcup-führung: showdown in altenberg wartet
Sechzehn Punkte. Das ist alles, was zwischen Felix Loch und seinem achten Gesamtweltcuptitel steht. Nach dem vorletzten Rennen der Saison in St. Moritz reist der Berchtesgadener als klarer Favorit zum Saisonfinale nach Altenberg – und der österreichische Verfolger Jonas Müller weiß genau, dass er sich keinen weiteren Fehler leisten darf.
Langenhan siegt, loch kassiert die wichtigeren punkte
Den Tagessieg holte sich Max Langenhan. Der Olympiasieger aus Friedrichroda gewann in St. Moritz mit 0,347 Sekunden Vorsprung auf Loch – sein erster Weltcupsieg seit mehr als einem Jahr. Ein Befreiungsschlag für einen Mann, der nach seinen Olympischen Winterspielen endlich wieder oben steht.
Müller hatte nach dem ersten Lauf noch geführt. Dann kam der entscheidende Moment, der Patzer, und plötzlich war der Österreicher Dritter. 0,758 Sekunden Rückstand auf Langenhan, 16 Punkte Rückstand auf Loch im Gesamtklassement. Die Rechnung für Altenberg ist brutal einfach: Müller muss gewinnen und Loch darf nicht Zweiter werden. Loch selbst braucht bei einem Müller-Sieg nur Platz zwei. Die Mathematik arbeitet für den deutschen Routinier.
Der wiedergeborene loch und sein hunger auf kristall
Was dieser Winter über Felix Loch erzählt, verdient einen eigenen Satz: Er war schon abgeschrieben. Nach zwei Saisons, in denen Langenhan die Kristallkugel holte, schien Lochs Ära vorbei. Dann kam dieser Winter. Die Rückkehr. Der 35-Jährige, der in Cortina seine dritte Einzelmedaille bei Olympia knapp verpasste, führt den Weltcup an – mit der Ruhe eines Mannes, der weiß, was er tut.
Seinen letzten Gesamtweltcuptitel sicherte er sich 2021. Sollte Altenberg für ihn laufen, wäre es Titel Nummer acht. Eine Zahl, die für sich spricht.
Was sonst noch passierte: wendl/arlt, taubitz und die österreicherinnen
Bereits am Samstag hatten Tobias Wendl und Tobias Arlt vorzeitig den Gesamtsieg im Doppelsitzer gesichert. Platz drei reichte den Rekordrodlern – kurz nach ihren letzten Olympischen Winterspielen ein würdiger Abschluss. Bei den Frauen im Doppelsitzer krönten sich die Österreicherinnen Selina Egle und Lara Kipp.
Im Einsitzer der Frauen übernimmt Julia Taubitz die Gesamtführung von der Österreicherin Lisa Schulte. Die Oberwiesenthalerin führt mit 19 Punkten vor Merle Fräbel aus Suhl. Gewinnt Taubitz den Gesamtweltcup, wäre es ihr sechster Triumph – der fünfte in Folge. Routine auf höchstem Niveau.
Für David Nößler aus Schmalkalden sprang in St. Moritz Platz neun heraus, Timon Grancagnolo aus Chemnitz wurde Dreizehnter. Das Finale in Altenberg gehört aber einem anderen: Felix Loch wartet dort auf seinen Moment.
