Liverpool verliert sein linkes herz: robertson folgt salah nach neun jahren raus
Die Meldung kommt nur einen Tag später, trifft aber genau so hart: Nach Mohamed Salahverabschiedet sich mit Andrew Robertson die nächste Identifikationsfigur des FC Liverpool. Der 32-jährige Schotte wird seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern und den Verein nach 373 Einsätzen verlassen, wie die Reds am Donnerstagabend bestätigten.
Neun Jahre, neun Titel, eine Symbiose. Robertson war 2017 für umgerechnet acht Millionen Euro aus Hull City gekommen, lachte damals noch über das Preisschild („Zu viel Geld für einen Abstiegsverteidiger“) und entwickelte sich zum Publikumsliebling. Seine Flanke war Präzisionsarbeit, seine Laufbereitschaft ein Dauerfeuer. Mit ihm gewann Liverpool 2019 die Champions League, 2020 die langersehnte Premier-League-Krone, 2025 den zweiten Meistertitel nach 30 Jahren dazu.
Die zahlen sprechen: 26.520 minuten nonstop leidenschaft
In Zahlen: 26.520 gespielte Minuten, 54 Assists, 84 km/h Höchstgeschwindigkeit, unzählige Bänderrisse ignoriert. Doch in dieser Saison riss der Faden. Unter Arne Slot kam Robertson nur noch zu 14 Liga-Einsätzen von Beginn an, Kostas Tsimikas übernahm zunehmend das Zepter auf der linken Bahn. Der Körper meldete sich, der Trainer setzte auf Rotation. „Ich hätte mir gewünscht, öfter auf dem Platz zu stehen, aber ich akzeptiere die Entscheidung“, sagte Robertson im Abschiedsvideo, das der Klub um 20:42 Uhr online stellte – bewusst die Uhrzeit, die seine Rückennummer 26 spiegelt.
Was folgt, ist ein Vakuum. Mit Salah und Robertson verliert Liverpool nicht nur zwei Leistungsträger, sondern auch zwei Anführer, die den Klopp-Kosmos mitgeprägt haben. Die Kabine verliert ihre lautesten Stimmen, die Marketingabteilung zwei Gesichter, die sich auf jedem Wandkalender verkauften. Sportdirektor Richard Hughes muss nun innerhalb von zwölf Wochen einen Rechtsaußen und einen Linksverteidiger auf dem Niveau von Weltklasse ersetzen – bei einem Budget, das nach dem Ausfall der Champions-League-Teilnahme 2025/26 nicht unendlich wirkt.

Robertsons nächster schritt bleibt offen – celtic? barcelona? mls?
Robertson selbst hüllt sich noch in Schweigen über die Zukunft. Intern kursieren Namen wie Celtic Glasgow, wo er als Junge die Tore putzte, oder ein Abstecher zur MLS, wo David Beckham Interesse an einem Transfer nach Miami signalisiert hat. Auch Barcelona beobachtet die Situation, sucht nach Erfahrung und einem linksfußigen Verteidiger, der das hohe Tempo noch mitgehen kann. Fest steht: Ein Abschied ohne Klub ist für einen 32-Jährigen mit 73 Länderspielen ein Risiko, das sich der Schotte bewusst eingegangen ist.
Die Fans reagieren mit Wehmut. Auf Anfield wird am Sonntag gegen Brentford eine Choreografie stehen, die Robertson und Salah in einem Herz zeigt – ausgerechnet gegen einen Gegner, der einst für den Abstieg Hull Citys sorgte und damit Robertson den Weg nach Liverpool ebnete. Das Leben schreibt Drehbücher, die kein Autor erfinden würde.
Am Ende bleibt ein Satz, den Robertson in seinem Video raushaut: „Ich habe hier meine Seele verloren und mein Herz gefunden.“ Die rote Seite von Liverpool wird ihn vermissen – und die Liga verliert einen der letzten linken Verteidiger, die Flanke und Fight in einem Atemzug vereinen. Sommer 2026: Das Ende einer Ära, die keiner so schnell vergessen wird.
