Super league kader-planung: wer bleibt, wer geht?

Die Super League steht vor einem spannenden Sommer. Während die Spieler auf dem Platz alles geben, laufen hinter den Kulissen die Planungen für die neue Saison. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den zahlreichen Leihspielern, deren Verträge in Kürze auslaufen. Ein Wechselspiel aus Kaufoptionen, Ambitionen und finanziellen Möglichkeiten entscheidet, wer in den Vereinen bleibt und wer geht.

Bedia: der aufstieg und das plötzliche aus

Der Name Chris Bedia sorgte in der Rückrunde für Aufsehen. Mit 15 Treffern teilt sich der Ivorer die Torjägerliste mit Fassnacht und Vogt – eine beeindruckende Leistung. Doch seit der Verpflichtung von Samuel Essende Mitte Februar ist Bedia in der Hierarchie zurückgefallen. Christoph Spycher, der Trainer der Young Boys, hat Essende klar als Wunschspieler gehandelt. Die Zeichen stehen daher düster für Bedia: YB wird die Kaufoption in Höhe von rund zwei Millionen Euro wohl nicht ziehen. Ein bitteres Ende für einen Spieler, der so lange glänzte.

Pech: chance für den jungen tschechen

Pech: chance für den jungen tschechen

Ein ganz anderes Bild zeigt sich bei Dominik Pech. Der 19-jährige Tscheche spielte in dieser Saison keine herausragende Rolle, besitzt aber enormes Potenzial. Angesichts des bevorstehenden Abgangs von Alvyn Sanches im Sommer könnte die Verpflichtung von Pech eine kluge Entscheidung für die Young Boys sein. Die Verantwortlichen in Bern werden sich wohl nicht lange bitten lassen, die Kaufoption zu aktivieren.

Valery: ein teures talent?

Valery: ein teures talent?

Yan Valery, der tunesische Aussenverteidiger, zeigte zwar immer wieder sein Potenzial, blieb aber in seiner Konstanz hinter den Erwartungen zurück. YB besitzt keine Kaufoption für den 27-Jährigen, der von Sheffield in die Hauptstadt kam. Dennoch besteht Interesse an einer Festverpflichtung – allerdings wird dies zu einem stolzen Preis werden.

Luzern: kabwit im fokus, abe und von moos stabil

Luzern: kabwit im fokus, abe und von moos stabil

Beim FC Luzern sticht Oscar Kabwit als positiver Überraschung hervor. Seine sieben Tore und vier Vorlagen in der Rückrunde haben seinen Marktwert deutlich gesteigert. Die Kaufoption im sechsstelligen Bereich wird mit großer Wahrscheinlichkeit gezogen. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf einen möglichen Weiterverkauf an den FC Basel, der Kabwit wohl gerne in seine Reihen sähe. Taisei Abe und Julian von Moos haben sich ebenfalls als feste Bestandteile des Teams etabliert und werden voraussichtlich auch in der kommenden Saison in der Zentralschweiz auflaufen.

Zürich: rückkehrer und abgänge

Zürich: rückkehrer und abgänge

Beim Grasshopper Club Zürich zeichnen sich bereits jetzt klare Abschiede ab. Lovro Zvonarek und Jonathan Asp Jensen, die beiden Talente vom Partnerklub Bayern München, werden in ihre Heimat zurückkehren. Asp Jensen zeigte dabei immer wieder, dass sein Potenzial über das Niveau der Super League hinausgeht. Emmanuel Tsimba konnte im Abstiegskampf nicht die erhoffte Verstärkung sein und wird ebenfalls seinen Weg gehen.

Servette: kadile als glücksgriff

Junior Kadile hat beim Servette FC für Furore gesorgt. Mit neun Scorerpunkten in sieben Partien hat sich der Flügelspieler vom niederländischen Zweitligisten Almere City FC schnell als unverzichtbarer Baustein in der Mannschaft von Jocelyn Gourvennec etabliert. Die Genfer werden die Kaufoption mit großer Wahrscheinlichkeit ziehen, obwohl der Franzose wohl auch die Aufmerksamkeit größerer Vereine auf sich ziehen wird.

Lausanne: diakité und bair im fokus

Der FC Lausanne-Sport beschäftigt mit seinen Leihspielern eine besondere Situation. Enzo Kana-Biyik und Sékou Koné werden zu Manchester United zurückkehren. Gaoussou Diakité, trotz seiner Inkonstanz, gehört an seinen besten Tagen zu den stärksten Spielern der Liga. Theo Bair, der einzige Spieler, bei dem Lausanne eine Kaufoption besitzt, wird aller Voraussicht nach fest verpflichtet. Die Frage um Gabriel Sigua bleibt offen – ein Wechsel zu den Bebbi ist durchaus denkbar.

Thun: imeri kehrt zurück, rupp im blickpunkt

Kastriot Imeri hat in Thun endlich zu alter Form gefunden. Der Aufsteiger wird die Kaufoption wohl ziehen. Noah Rupp könnte aufgrund der anstehenden Dreifachbelastung ebenfalls eine größere Rolle spielen.

Die Kaderplanung der Super League-Vereine ist in vollem Gange. Es bleibt abzuwarten, welche Spieler den Sprung in die Stammelf schaffen und wer den Verein verlassen muss. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Teams für die neue Saison aufgestellt sind.