Livakovic: vom girona-flop zum kroatischen rückhalt!
Dominik Livakovic, der Mann, der in Girona fast in der Bedeutungslosigkeit verschwand, hat sich im Trikot der kroatischen Nationalmannschaft neu erfunden. Nach einer enttäuschenden Zeit in Spanien, wo er um eine Spielminute kämpfen musste, präsentiert er sich nun als einer der wichtigsten Pfeiler für das Team von Zlatko Dalić – und das im Angesicht eines erneuten WM-Anlaufs.
Der wechsel, der schiefging: livakovic in girona
Die Geschichte des kroatischen Torwarts ist alles andere als geradlinig. Nach Glanzleistungen im Trikot Dinamo Zagrebs und als einer der Schlüsselspieler beim dritten Platz bei der WM in Katar schien ein Wechsel in die spanische Liga ein logischer Schritt zu sein. Doch beim FC Girona fand Livakovic kaum Berücksichtigung. Der Konkurrenzkampf mit Paulo Gazzaniga, gepaart mit dem Wunsch des Spielers, regelmäßig Einsatzzeit zu sammeln, führte zu einer überraschenden und frühzeitigen Trennung. Der Trainer Míchel erklärte offen, dass Livakovic ihm signalisiert habe, er sei nicht hier, um für Girona zu spielen, sondern um sich für die WM zu qualifizieren – eine ehrliche, wenn auch unkonventionelle Art der Kommunikation.
Ein Draufgänger mit Weltmeisterträumen Livakovic ließ keine Zweifel daran, dass seine Priorität die Spielpraxis war, koste es, was es wolle. Er weigerte sich sogar, an Spielen im Copa del Rey teilzunehmen, um seine Chancen auf einen WM-Platz nicht zu gefährden. Eine Entscheidung, die zwar für seinen Verein ungünstig war, aber seine Entschlossenheit unterstreicht.

Rückkehr zu den wurzeln und neue motivation
Die Leihe zu Girona endete abrupt, und Livakovic kehrte im Januar zu seinem Stammverein Dinamo Zagreb zurück. Dort konnte er schnell wieder in Form kommen und bewies seine Klasse. Seine Rückkehr in die Heimat war kein Zufall – er hatte eine Vereinbarung mit der Vereinsführung bereits im November getroffen und ließ keine anderen Angebote aus Italien zu.
“Es gab einige Angebote, vor allem aus Italien, aber ich hatte mich bereits im November mit der Dinamo-Führung geeinigt und war an keinem anderen Verein interessiert. Ich habe diese Entscheidung sowohl aus sportlichen als auch aus emotionalen Gründen getroffen“, erklärte Livakovic. Die Verbundenheit zu Dinamo und die Möglichkeit, dort wieder auf höchstem Niveau zu spielen, gaben ihm neuen Auftrieb.
Und dieser Auftrieb ist nun auch im Trikot der Nationalmannschaft deutlich zu erkennen. Gegen England zeigte Livakovic eine Glanzleistung, obwohl er die Niederlage (2:4) nicht verhindern konnte. Seine Paraden, darunter eine spektakuläre Abwehr gegen O’Reilly nach einem Eckball und ein Duell mit Spence im Ein-gegen-Eins, hielten sein Team lange im Spiel. Livakovic selbst erklärt seine Leidenschaft für große Spiele: “Ich mag große Spiele, diese Adrenalin und die Atmosphäre, die man spürt. Da habe ich die größte Konzentration. Es ist eine Ehre, für Kroatien zu spielen.”
Die WM steht vor der Tür, und mit Livakovic im Tor hat Kroatien einen erfahrenen und entschlossenen Rückhalt. Ob es für die Mannschaft von Modrić, Kovacic und Gvardiol reicht, um wieder Großes zu erreichen, wird die Zeit zeigen. Eines ist jedoch sicher: Solange Livakovic zwischen den Pfosten steht, hat Kroatien eine Chance.
