Littler-jagd beginnt: 266.000 euro warten in lebbeke
Luke Littler jagt den Hattrick, drei Deutsche wollen ihn stoppen – die Belgian Darts Open starten heute Abend in Lebbeke mit 230.000 Pfund Preisgeld und einem Feld, das selbst die Hartgesottenen auf dem Sofa festkleben lässt.
Der 20-jährige Weltmeister aus England gewann die beiden letzten Auflagen, 2024 gegen Rob Cross im Krimi (8:7), 2025 gegen Mike De Decker mit 8:5. Nun dropt er am Samstag in Runde zwei wieder ein, wo ihn Martin Schindler als einzig gesetzter Deutscher erwartet. Schindler trägt die Startnummer 14 und hat sich in den vergangenen Monaten in die Top-32 der Order of Merit gekämpft. Kein leichtes Los, aber auch kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen.
Springer und wenig müssen vorlegen
Während Schindler noch einen Tag länger schlafen darf, müssen Niko Springer undLukas Wenig heute Nacht ran. Springer trifft um 22:00 Uhr auf Kim Huybrechts, den Belgier, der in seiner Heimhalle zu wachsen pflegt. Wenig bekommt es eine halbe Stunde später mit Dirk van Duijvenbode zu tun – einem Mann, der mit 180ern jongliert, als wären es Spielzeugpfeile. Beide Deutschen stehen vor der Qualifikation zur Hauptrunde, doch die erste Hürde ist oft die rutschigste.
Die Turnierstruktur ist klar: bis zum Viertelfinale „Best of 11 Legs“, Halbfinale „Best of 13“, Finale „Best of 15“. Wer die Nerven behält, kann am Sonntagabend 35.000 Pfund einstreichen – umgerechnet rund 40.000 Euro. Selbst der Finalverlierer kassiert noch 15.000 Pfund, genug für ein neues Auto oder ein paar Monate Trainingscamp in den Niederlanden.

Dazn überträgt, die fans jubeln
DAZN zeigt alle Matches live, der Stream beginnt kurz vor den ersten Würfen. Wer kein Abo hat, kann den Ticker der PDC Europe verfolgen – aber ehrlich: Darts ohne Bild ist wie Fußball ohne Tor. Die Atmosphäre in Lebbeke ist ohnehin einmalig: 3.000 Zuschauer passen in die Halle, jeder kennt jeden, und die Bar verkauft belgisches Bier in Maßkrügen. Wer schon mal dort war, weiß, warum Spieler nach dem 180er-Ruf automatisch lächeln.
Die Konkurrenz ist brutaler denn je. Neben Littler warten Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price und Gary Anderson auf ihren Einsatz. Hinzu kommen Jonny Clayton, Stephen Bunting und James Wade – ein Who-is-Who der Oche. Wer hier gewinnt, darf sich nicht nur über Geld freuen, sondern kauft sich auch ein Stückchen Selbstvertrauen für die bevorstehende World Matchplay.
Die deutsche Darts-Hoffnung ist also dreigeteilt: ein gesetzter Routinier, zwei Außenseiter mit nichts zu verlieren. Springers Pfeile flogen zuletzt stabil, Wenig hat sich in der Development Tour bewiesen. Und Schindler? Der hat sich für genau solche Abende trainiert. Wenn er Littler vor eigenem Publikum ärgert, wäre das mehr als nur ein Achtungserfolg – es wäre ein Signal an die gesamte Elite, dass Deutschland nicht nur Fußball kann.
Am Ende zählt ein Satz: Doppel raus. Wer die Doppel trifft, trifft auch das Jackpot-Feld. 266.000 Euro warten, ein Hattrick droht, drei Deutsche wollen dazwischenhauen. Es ist Freitagabend. Die Scheibe ist warm. Die Musik beginnt. Los geht’s.
