Littbarski drängt auf wm-debüt von el mala und karl: „geheimwaffe für 2026“

Klaus Schäfer, TSV Pelkum Sportwelt – 25. März 2026, 09:12 Uhr. Die WM in den USA, Mexiko und Kanada rückt näher, und im Trainingszentrum von Julian Nagelsmann brodelt es. Nicht wegen Joshua Kimmichs offenem Bekenntnis, dass Deutschland „nicht zu den Top-Favoriten“ zählt, sondern weil Pierre Littbarski zwei Namen in den Raum wirft, die bis vor Monaten noch in den Jugendstadios von Köln und Hoffenheim ihre Schuhe banden: Said El Mala und Lennart Karl.

„Auf alle Fälle sind es zwei grandiose Spieler und ich gehe davon aus, dass beide dabei sind“, sagte der Weltmeister von 1990 dem SID. Die Aussage klingt nach Routine, ist aber ein Seismograph für die Stimmung im DFB-Lager. Denn hinter den Kulissen ringt Nagelsmann darum, eine Generation zu verjüngen, ohne die Turniererfahrung zu verspielen. El Mala und Karl sind seine heimlichen Joker.

El mala: 14 torbeteiligungen, 27 spiele, ein aufgebot in der warteschleife

Der 19-jährige Flügelstürmer des 1. FC Köln blieb nach Lewelings Absage auf Abruf – ein Prozedere, das sonst nur erfahrene Krankenlager kennen. Di Salvo nominierte ihn stattdessen für die U21, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: 14 Scorerpunkte in 27 Einsätzen, mehr Key-Passes pro 90 Minuten als jeder andere deutsche U21-Akteur. Littbarski: „Er liefert ab, die Zahlen sind gut, Assists sind gut, Tore sind gut.“ Und dann der Satz, der Nagelsmann nicht entgeht: „Er hat die Energie, den FC zum Klassenerhalt zu schießen.“ Ein Satz, der auch ein Ultimatum ist – wer einen Klub rettet, darf sich eine WM-Bühne erhoffen.

Karl: mathe-zettel in der hand, nagelsmann am ohr

Karl: mathe-zettel in der hand, nagelsmann am ohr

Während El Mala zwischen Liga-Alltag und Nationalteam pendelt, sitzt Lennart Karl in der Schweiz im Physiokeller und lässt sich die Knöchel tapen. 18 Jahre, erstes Lehrjahr als Profi, drittes Jahr als Abiturient. Der Anruf von Nagelsmann erreichte ihn in der Nachhilfestunde für Mathe. „Hallo, ich bin’s, der Bundestrainer. Pack die Klamotten ein.“ Seitdem trainiert er mit der Unbekümmertheit eines Gamers, der vergessen hat, dass man ihn zuschaut. Littbarski schwärmt: „Wie frech der auftritt und wie reif der schon ist. Ich habe in dem Alter mehr gedaddelt als er.“

Die Ironie: Gerade diese Unbekümmertheit macht beide so wertvoll. Sie kennen weder die Pressekonferenz-Floskeln noch die Angst vor dem ersten Ballverlust. Sie kennen nur das Spiel. Und das ist Nagelsmanns Kalkül. Je unberechenbarer der Gegner die deutsche Außenbahn einschätzt, desto größer der Vorteil. Littbarski nennt es „Geheimwaffe“, weil die Scouting-Abteilungen in Spanien oder Brasilien gerade Wikipedia-Seiten anlegen müssen.

Die risikorechnung: erfahrung gegen impuls

Die risikorechnung: erfahrung gegen impuls

Kimmich mag Rechtsverteidiger spielen, Gündogan mag die Fäden ziehen, doch an den Außenpositionen fehlt seit Jahren der Moment, in dem ein Gegner denkt: „Den kenne ich nicht, aber der killt mich.“ El Mala und Karl können diesen Moment liefern. Das Dilemma: Wer sie mitnimmt, muss zwei erfahrene Flügel zuhause lassen. Das Argument der Stunde lautet: Besser zwei Unbekannte mit Zündstoff als zwei bekannte Zünder, die schon öfter nass wurden.

Die Entscheidung fällt am 1. Mai, wenn Nagelsmann seinen 26-Mann-Koffer zuschnallt. Bis dahin hat El Mala noch sieben Bundesliga-Spiele, um Köln in die Relegation zu schieben, und Karl zwei Länderspiele, um die Schweizer Abwehr zu zerlegen. Littbarski wettert schon mal vorneweg: „Vielleicht spielen sie sich ja sogar in die erste Elf rein.“

Fakt ist: Wer jetzt noch nach Namen sucht, die den Sommer 2026 erklären kann, findet sie nicht in den Historienbüchern, sondern in den U21-Whatsapp-Gruppen. El Mala und Karl sind online. Und sie haben Nachrichten geschrieben, die Nagelsmann nicht mehr löscht.