Lipowitz zieht in den krieg gegen pogacar und vingegaard

Der Dritte des Vorjahres wirft den Handschuh. Florian Lipowitz schielt nicht aufs Podium – er will die Pyramide umkrempeln. „Pogacar und Vingegaard sind nicht unbesiegbar“, sagt der 25-jährige Ulmer, „ich bin noch lange nicht fertig.“

Elf minuten, sechs sekunden, ein lehrgeld

Barcelona steht in 37 Tagen. Die Hafenstadt wird zum Starttor einer Tour, die seit 2020 einem Duell gleicht. Pogacar holt Gelb, Vingegaard kontert. Dahinter herrscht Nebel. Lipowitz büßte elf Minuten ein, sah aber, wo die Lücken klaffen: in der explosiven Schlussphase, im halbminütigen Sprint gegen den Wind, im Kopf.

Der Ex-Biathlet rechnet mit einem langen Atem. „Ich bin erst im siebten Jahr im Weltcup. Mein Körper verändert sich noch.“ Drei Podestplätze in diesem Frühjahr untermauern den Optimismus: Katalonien (3.), Romandie (2.), Baskenland (2.). Überall dieselbe Konstellation – Pogacar oder Vingegaard vor ihm. „Jedes Rennen ist ein Testlauf für Juli“, sagt er.

Red bull schickt eine doppellanze

Red bull schickt eine doppellanze

Hinter der Fassade des Einzelkämpfers arbeitet ein Team. Remco Evenepoel und Lipowitz bilden beim Grand Départ eine verdeckte Doppelspitze. „Ich fahre auch mal für Remco“, erklärt der Deutsche schulterzuckend. „Barcelona liegt ihm, die ersten Bergetappen eher mir. Wir schauen, wer früher trägt – und dann schalten wir gemeinsam.“

Die Konkurrenz schläft nicht. Paul Seixas, 19, wirft in Baskenland bereits Fragen auf. Ayuso, Skjelmose, Onley – eine Generation, die keine Rücksicht nimmt. „Das Podium ist ein Krieg mit offenem Visier“, so Lipowitz.

Am Ende bleibt eine nüchterne Bilanz: 660 Sekunden Rückstand auf Vingegaard, 660 Sekunden Hoffnung. Lipowitz weiß: Zeit lässt sich trainieren. Glaube nicht. Deshalb startet er ohne Netz. In Barcelona zählt nur, wer zuerst oben ist.