Lipowitz hält mit pogacar mit: deutscher radstar zeigt aufregende zukunftsperspektiven
Ein Kilometer vor dem Jaunpass war es für Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) entschieden: Tadej Pogacar (UAE-Emirates-XRG) war einfach unaufhaltsam. Doch was in dieser vermeintlichen Niederlage geschah, spricht Bände über das Potenzial des jungen Deutschen und lässt die Radsportwelt aufmerksam werden.
Lipowitz: der zweitstärkste – hinter dem „außerirdischen“
Die Tour de Romandie lieferte eine eindrucksvolle Demonstration der Dominanz Pogacars, doch Lipowitz bewies, dass er der klare Zweitstärkste in diesem Rennen ist – der Beste vom Rest, wie man so schön sagt. Der Abstand zu den anderen Verfolgern war immens, während der Kampf mit Pogacar alles andere als einseitig verlief. Die Tatsache, dass Pogacar selbst Lipowitz als ernstzunehmenden Konkurrenten einschätzt, unterstreicht diese Erkenntnis nur.
“Die Gegner waren heute sehr stark. Es war sehr schwer, Florian am Ende abzuhängen”, gab der slowenische Superstar im Siegerinterview zu. Ein Kompliment, das mehr als nur Höflichkeit bedeutet. Lipowitz zwang Pogacar, hart zu arbeiten, und machte ihm das Leben in der entscheidenden Abfahrt schwer. Er blieb konstant in der Lücke und zeigte, dass er nicht nur ein Sprinter ist, sondern ein Ausdauerläufer mit Köpfchen.

Selbstvertrauen für die zukunft: lipowitz' entwicklung
Lipowitz sammelt nicht nur sportliche Erfahrung, sondern auch unschätzbares Selbstvertrauen. Seine Leistung auf der Königsetappe der Romandie ist ein deutliches Signal für die Zukunft. “Ich habe mich den ganzen Tag über gut gefühlt”, erklärte er nach dem Rennen. Er verfolgte den Plan, so lange wie möglich an Pogacar dranzubleiben, und fand in der Schlussphase noch einmal zu seiner Kraft. Seine konstante Fahrweise frustrierte Pogacar, und Lipowitz konnte stolz auf seine Leistung sein.
Diese konstante Entwicklung wird nun Früchte tragen. Lipowitz reiht Erfolg an Erfolg: Platz zwei bei Paris-Nizza, Rang vier bei der Baskenland-Rundfahrt und Platz drei bei der Dauphiné-Rundfahrt – eine beeindruckende Bilanz, die in diesem Jahr mit den Platzierungen bei der Katalonien- und der Baskenland-Rundfahrt fortgesetzt wurde. Er steigert sich von Rennen zu Rennen, und die Vorbereitung auf die Tour de France im Juli wird davon enorm profitieren.

Die frage nach der kapitänsrolle: ein neuer stern am radsport-himmel?
Innerhalb des Bora-hansgrohe-Teams hat Lipowitz bereits Eindruck hinterlassen. Während das Team ursprünglich mit einem Trio aus Evenepoel und Roglic als Kapitänen geplant war, hat Lipowitz in den letzten Rennen klar bewiesen, dass er die Nase vorn hat. Ob er bei der Tour de France selbst die Führung übernehmen wird, bleibt abzuwarten, aber seine Leistungen sprechen für sich. Roglic und Evenepoel sind nun eher in die Rolle der Edelhelfer gedrängt worden.
Die Tour de Romandie ist somit nicht nur ein Rennen, sondern ein Wendepunkt in der Karriere von Florian Lipowitz. Er hat gezeigt, dass er zu den besten Fahrern der Welt gehört und bereit ist, die nächste Generation des Radsports anzuführen. Die Frage ist nicht, ob, sondern wann er sein volles Potenzial entfalten wird.
