Balltrick in leverkusen: regelchaos nach schicks führungstor?
Leverkusen – Ein Balljunge, ein schneller Wurf, ein weites Zuspiel und ein Tor: Die Szene im Bundesliga-Duell zwischen Bayer 04 Leverkusen und RB Leipzig sorgte für Diskussionen und zeigte einmal mehr die Grauzonen im Fußballreglement. Während Patrik Schicks 1:0 Führungstreffer regelkonform war, wirft der Vorfall Fragen nach der einheitlichen Umsetzung neuer Richtlinien für Balljungen auf.

Die rolle des balljungen im fokus
Mitte der ersten Halbzeit, nach einem vergebenen Freistoß von Leipzig, ergriff ein Balljunge hinter dem Leverkusener Tor die Initiative. Anstatt den Ball lediglich auf einem Markierungsplättchen abzulegen – die von der DFL empfohlene Vorgehensweise – warf er Mark Flekken den Ball direkt zu. Der Torwart schlug den Ball weit nach vorne zu Nathan Tella, der den Konter einleitete, der schließlich zum 1:0 führte. Ein schneller, unkonventioneller Moment, der RB Leipzigs Verantwortliche erzürnte.
Marcel Schäfer und Ole Werner, Mitglieder des Leipziger Trainerstabs, äußerten ihren Unmut über das Vorgehen. „Es gibt da mittlerweile eine klare Regel, um das in den Stadien nicht unterschiedlich zu machen“, kritisierte RB-Coach Werner nach dem Spiel bei Sky. Der Knackpunkt: Die DFL hatte zwar vor Saisonbeginn den Vereinen empfohlen, Balljungen anzuweisen, den Ball nicht mehr hinzuschmeißen, sondern abzustellen. Eine verpflichtende Regel ist es jedoch nicht.
Die Empfehlung der DFL zielte darauf ab, das Spielgeschehen zu beschleunigen und sogenanntes Zeitspiel zu reduzieren. Doch die Umsetzung ist offenbar noch nicht flächendeckend erfolgt. Christoph Baumgartner, Leipzigs einziger Torschütze, betonte, dass das Verhalten des Leverkusener Balljungen „kein Einzelfall“ sei. Er wies darauf hin, dass ähnliche Szenen in anderen Stadien häufiger vorkommen, wie beispielsweise bei Manuel Neuer, der oft bereits den nächsten Ball in der Hand hält, bevor der vorherige über die Linie rollt.
Die fehlende Verbindlichkeit der DFL-Empfehlung führt zu Uneinheitlichkeit. „Es sollte aber auch so sein, dass es einheitlich gehandhabt wird“, forderte Werner. Die Schiedsrichter sind an keine FIFA-Regel gebunden, sondern lediglich an die Empfehlungen der DFL, weshalb Schicks Tor somit korrekt war und ein VAR-Eingriff ausgeschlossen war.
Ibrahim Maza, Leverkusens Spieler, zeigte sich hingegen unbeeindruckt. „Ich wusste es nicht, aber ist doch super“, kommentierte er den Vorfall schmunzelnd. Trainer Kasper Hjulmand betonte, dass Flekken ein Torwart sei, der lange Pässe spielen könne, und lobte seine Leistung.
Letztendlich spielte die Szene mit dem Balljungen nur eine untergeordnete Rolle beim klaren 4:1-Sieg Leverkusens. Wie Baumgartner treffend bemerkte: „Das ist heute nicht das entscheidende Thema. Über diese Kleinigkeit möchte ich mich nicht aufregen, sonst wären wir schlechte Verlierer.“ Der Fokus liegt klar auf dem überzeugenden Spiel der Werkself, und die Diskussion um den Balljungen bleibt letztlich ein Nebenaspekt.
