Lipfert holt biathlon-bronze im jugend-sprint – 0,1 sekunden entscheiden alles
Zehntel entscheiden über Träume. Hannes Lipfert weiß das jetzt besser als irgendjemand sonst: Der 18-Jährige aus dem DSV-Kader hat beim Jugend-Sprint über 7,5 Kilometer bei der IBU Jugend-Junioren-WM 2026 am Arber die erste deutsche Medaille dieser Titelkämpfe geholt – Bronze, mit einem Schießfehler und gerade einmal 0,1 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Nans Madelenat.
Ein finale, das man so nicht planen kann
Madelenat hatte sich im zweiten Schießen, dem Stehendanschlag, gleich zwei Fehler geleistet. Damit war sein Podestplatz weg – und Lipferts Rang gesichert. Nicht durch eine überlegene Laufzeit, nicht durch makellose Schießleistung, sondern durch das Versagen des Konkurrenten in der entscheidenden Sekunde. So funktioniert Biathlon manchmal. Gnadenlos und schön zugleich.
Gold holte sich Markus Sklenarik aus der Slowakei mit einer fehlerfreien Schießleistung und 19,0 Sekunden Vorsprung auf den Letten Rihards Lozbers, der trotz drei Schießfehlern Silber einfuhr. Lipfert kam mit 44,8 Sekunden Rückstand auf Platz drei ins Hohenzollern Skistadion – und durfte trotzdem jubeln.

Das restliche dsv-aufgebot: solide, aber weit weg
Kilian Simon wurde Sechzehnter mit einem Fehler und einem Rückstand von 1:33,2 Minuten – zweitbester Deutscher des Tages, aber schon in einer anderen Welt als Lipfert. Hugo Winter auf Platz 36 und Björn Ole Hederich als 40. komplettierten das Bild eines deutschen Teams, das an diesem Tag vor allem einen Ausreißer nach oben hatte.
Die Biathlon-Weltmeisterschaften im Jugend- und Juniorenbereich laufen noch bis zum 8. März 2026 im Bayerischen Wald. Für den DSV war dieser Mittwoch ein Aufatmen – nach der gemischten Staffel ohne Medaillenchance kommt Lipferts Bronze wie ein Befreiungsschlag. Ob er in der Verfolgung nachlegen kann, wird sich zeigen. Aber diese Bronze nimmt ihm niemand mehr weg.
