Lewandowski spielt die uhr zurück – und kane muss zuschauen
41 Tore in 29 Spielen – das war bis heute die unantastbare Marke. Robert Lewandowski schraubte sich 2021 in eine Dimension, die selbst Gerd Müller nie erreichte. Nun aber sitzt Harry Kane mit 30 Treffern nach 24 Partien im Startblock, und der Rekord beginnt zu wackeln.
Der rekord antwortet
Lewandowski selbst schaltet sich ein. „Harry schießt immer so viele Tore“, sagt er bei Sky und klingt zunächst wie ein stolzer Senior. Dann kommt der Satz, der alles auf den Kopf stellt: „Ich habe das in 29 Spielen geschafft. Hätte ich 34 gemacht, stünde da vielleicht eine 45.“ Keine Provokation, kein Neid – nur die nüchterne Feststellung eines Mannes, der weiß, wie schnell Zahlen verblassen.
Die Rechnung ist simpel: Lewy traf 2021 alle 63 Minuten, Kane kommt derzeit auf einen Treffer pro 65 Spielminuten. Der Unterschied liegt in der Verletzungspause des Polen im Frühjahr 2021. Er fehlte fünf Spieltage, kehrte zurück und schoss trotzdem noch sechs Mal. Sein Geist ist bereits wieder auf dem Platz, sein Körper folgt am Samstag – gegen Athletic Bilbao plant er sein Comeback nach dem Jochbeinbruch.

Kane fehlt, die jagd pausiert
Während Lewandowski die Uhr zurückdreht, muss Kane zuschauen. Ein Schlag auf die Wade gegen Bremen sorgt für Zwangspause im Topspiel bei Gladbach. Vincent Kompany versichert: „Kein ernsthafter Schaden.“ Trotzdem fehlt der Engländer heute Abend, und plötzlich wird die 41 aus München wieder größer. Die Bayern hoffen auf Dienstag, wenn Atalanta in der ChampionsLeague anreist.
Die Frage ist nicht mehr, ob Kane den Rekord bricht, sondern wann. Noch sieben Spieltage bleiben, er braucht zwölf Treffer. Das sind 1,7 pro Partie – sportlich möglich, psychologisch eine Belastung. Lewandowski kennt beides: den Rausch und die Last.
Am Ende zählt nur, wer die Netzchen länger zum Tanzen bringt. Lewandowski hat seine Zahl schon in Stein gemeiselt. Kane muss sie erst noch schreiben – und heute darf er nicht mal mit der Feder wackeln.
