Leverkusen patzt im titelrennen – hjulmand kocht vor wut

Kasper Hjulmand riss sich nach Abpfiff die Haare. 1:1 gegen den FC Bayern, doppelte Überzahl, zwei Punkte verschenkt – das war der 15. März für Bayer Leverkusen. Die Werkself liegt nur noch Sechster, fünf Zähler hinter Platz vier und damit außerhalb der Champions-League-Ränge. Der Trainer sprach von einem „gemischten Gefühl“, doch seine Körpersprache schrie: pure Frust.

„Wir haben den Blick fest auf die Champions League“, versuchte Hjulmand im Anschluss zu beschwichtigen. Klingt tapfer, klingt stark. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: acht Spiele, fünf Punkte Rückstand – und das, nachdem man 42 Minuten in Überzahl und die letzten sechs sogar doppelt in Überzahl spielte. Nicolas Jackson sah Rot (42.), Luis Diaz Gelb-Rot (84.). Leverkusen schaffte es nicht, das Spiel zu drehen.

Arsenal wartet – und die uhr tickt

Arsenal wartet – und die uhr tickt

Schon am Dienstag geht’s nach London. Im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League will Leverkusen erstmals seit 2002 wieder unter die besten Acht Europas. Das Hinspiel endete 1:1, das Away-Goal zählt nicht mehr – aber die Druckkessel-Atmosphäre im Emirates Stadium bleibt. „Wir haben keine Zeit zu hadern“, sagte Hjulmand. Die Realität sieht anders aus: Seine Mannschaft muss hadern, weil sie muss.

Die Europa League als Trostpreis? Für den deutschen Vizemeister ein Schlag ins Gesicht. Die Bayern haben gezeigt, dass sie auch mit zehn Mann nicht einfach zu schlagen sind. Leverkusen aber zeigte, dass es selbst mit zwölf nicht reicht, wenn die Chancenverwertung versagt. Patrik Schick und Moussa Diaby vergaben in der Schlussphase klare Möglichkeiten. Die Fans pfiffen, die Spieler starrten ins Leere.

Am Sonntagabend schaut Leverkusen zum zweiten Mal in dieser Woche fern. Stuttgart gegen Leipzig – ein Sieger würde die Lücke auf fünf Punkte erhöhen. Die Werkself wäre dann nur noch theoretisch im Rennen. Hjulmand redet vom „ganzen Saisonendspurt“, doch der Sprung über den eigenen Schatten wird immer steiler. Die Champions League rückt in weite Ferne – und mit ihr die 50 Millionen Euro Prämie, die der Klub dringend für den Kaderumbau braucht.

Die Saison ist nicht vorbei. Aber der Atem wird kürzer. Und die Uhr tickt lauter als je zuvor.