Leverkusen: martínez krempelt kader um – andrich vor abgang?
Carles Martínez hat in Leverkusen eingeschlagen wie ein Wirbelsturm. Kaum im Amt, schon nimmt der neue Coach die Fäden in die Hand und plant eine umfassende Umstrukturierung des Kaders. Die ersten Tage zeigen: Es wird kein Platz für alte Gewohnheiten.
Martínez telefoniert sich durch den profikader
Anders als sein Vorgänger Kasper Hjulmand, der sich zunächst einen Überblick verschaffen wollte, hat Martínez sofort aktiv zugegriffen. Er kontaktierte persönlich jeden einzelnen Spieler des Kaders, um seine Vorstellungen und Erwartungen zu erläutern. Diese direkte Kommunikation signalisiert einen klaren Neuanfang und eine neue Führungskultur in Leverkusen.

Talentiertes nachwuchs-offensivspiel mit vorsprung
Doch Martínez‘ Engagement beschränkt sich nicht nur auf den aktuellen Kader. Der Spanier treibt auch die Zukunftsplanung mit Nachdruck voran. Ein persönliches Treffen mit dem 16-jährigen Kennet Eichhorn in Berlin verdeutlicht seinen Anspruch, junge Talente an den Verein zu binden. Die Reise zeigt, wie wichtig Martínez die Entwicklung des eigenen Nachwuchses begegnet. Dazu soll er Afonso Moreira, ein portugiesischer Flügelspieler von Olympique Lyon, mit einem Wechsel nach Leverkusen in Erwägung ziehen. Für den talentierten Spieler fordert Lyon eine Ablösesumme zwischen 25 und 30 Millionen Euro – ein Zeichen des hohen Preises, den Martínez für seine Wunschspieler bereit ist, zu zahlen.

Tillman-comeback? badé und tape im fokus
Die Kaderplanung unter Martínez ist von schnellen und weitreichenden Entscheidungen geprägt. Während der Spanier Malik Tillman, der in der Rückrunde nur wenig Einsatzzeit erhielt, unbedingt halten möchte, scheint die Zukunft von Spielern wie Eliesse Ben Seghir, Loïc Badé und Axel Tape ebenfalls in der Schwebe zu sein. Martínez‘ Systemansatz fordert eine neue Ausrichtung des Teams.
García auf der bank – mentalität vor eleganz
Ein Detail, das besonders ins Auge fällt: Aleix García, der unter Xabi Alonso oft nur eine untergeordnete Rolle spielte, sieht sich nun vor einer neuen Herausforderung. Ähnlich wie sein Vorgänger legt Martínez großen Wert auf Mentalität und Intensität, weniger auf filigranes Passspiel. Die Ära der „fliegenden Bälle“ scheint in Leverkusen vorbei zu sein.
Andrich in der bredouille?
Für Robert Andrich könnte die Zukunft bei Bayer Leverkusen jedoch düster aussehen. Der Kapitän, der unter dem neuen Trainer häufig in einer Dreierkette agierte, könnte durch das bevorzugte 4-3-3-System von Martínez seinen Stammplatz verlieren. Nach Informationen der Sport-BILD befindet sich Bayer bereits im Austausch mit Andrichs Management. Ein Abschied des Nationalspielers, obwohl sein Vertrag noch bis 2028 läuft, ist durchaus denkbar. Der Konkurrenzkampf im Mittelfeld ist bereits hart, und die Verpflichtung von Kennet Eichhorn wird die Situation zusätzlich verschärfen.
Die ersten Wochen unter Carles Martínez zeigen deutlich: In Leverkusen beginnt eine neue Ära. Obwohl die Abgänge schmerzhaft sein könnten, scheint der neue Trainer entschlossen, das Team neu auszurichten und auf eine Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern zu setzen – mit dem Ziel, die Erfolgsgeschichte des Vereins fortzuschreiben.
