Letzter schuss aufs podest: holmenkollen fordert alles vom dsv – wer trifft beim finale?

Oslo – 19. bis 22. März. Vier Tage, vier Rennen, keine Siege. Der DSV brennt auf Revanche. Die Holmenkollen-Schanze schläft noch im Winterdämmer, doch im Fjordwind liegt schon Pulverdampf.

Kein deutscher Einzelsieg in diesem Winter – das nagt. Philipp Nawrath hat die Konsequenz gezogen: Kein Risiko, nur Vollgas. Der 31-Jährige aus Nesselwald rangiert in der Gesamtwertung auf Platz zwölf, 63 Punkte trennen ihn von den Top Ten. „Ich fahre nicht nach Norwegen, um Statistiken zu pflegen“, sagte er nach der letzten Vorbereitung in Ruhpolding. Die Botschaft: Entweder jetzt oder nie.

Neue gesichter, alter druck

Hinter Nawrath wartet Nachwuchs, der hungrig ist. Franz Schaser, 22, Elias Seidl, 21 – beide haben sich in der IBU-Cup-Saison mit Podestplätzen empfohlen. Simon Kaiser kehrt nach zweijähriger Verletzungspause zurück; seine letzte Saison-Runde in Oslo endete 2024 mit Platz fünf im Sprint. „So eine Bahn kennt keine Gnade, aber sie belohnt Courage“, sagt Bundestrainer Mark Kirchner. Das Dilemma: Das Team muss punkten, ohne die Erfahrung vieler Weltcup-Starter.

Bei den Frauen liegt die Hoffnung auf Vanessa Voigt und Janina Hettich-Walz. Voigt verpasste in Pokljuka knapp das Podest – 4,1 Sekunden. „So nah nagt der Frust“, sagte sie. Hettich-Walz kämpft mit sich selbst: Drei Strafrunden in Antholz zerstörten jede Medaillenrechnung. „Ich muss die Nerven kappen, nicht die Schüsse“, lautet ihr Mantra.

Programm im minutentakt

Programm im minutentakt

Donnerstag, 16:15 Uhr – Frauen-Sprint. 7,5 km, fünf Schießen, null Toleranz. Freitag folgen die Männer. Samstag entscheidet die Verfolgung, Sonntag glühen die Massenstarts. Eurosport und HBO Max liefern alle Rennen live, Kommentator Sven Woltmann verspricht: „Wer zuletzt lacht, sitzt am Holmenkollen – und der Wind lacht mit.“

Die Zahl, die bleibt: In 34 Weltcup-Rennen dieser Saison stand kein DSV-Athlet ganz oben. Das gab es zuletzt 2004. Damals folgte im Sommer ein Generationswechsel. Geschichte droht sich zu wiederholen.