Lettland schockt deutschland: junioren-mixed-staffel verpasst heim-medaille
Die erste Medaille bei der Junioren-Biathlon-Heim-WM im Bayerischen Wald bleibt ausgerechnet der DSV-Equette verwehrt. Mit 2:03 Minuten Rückstand auf den sensationellen Sieg Lettlands laufen Korbi Kübler, Lukas Tannheimer, Leni Dietersberger und Sydney Wüstling nur auf Rang fünf – und das, obwohl die Franzosen als Topfavoriten ins Rennen gingen.
Der Große Arber präsentiert sich als gütiger Riese: Pluszehntemperaturen verwandeln die Loipe in ein matschiges Geduldsspiel. Genau diese Bedingungen nutzt das lettische Quartett, das ohne Strafrunde und lediglich 15 Schießfehlern in 1:17:55,2 Stunden die größte Überraschung der bisherigen WM liefert. Norwegen wird Zweiter, Frankreich Dritter – und Deutschland schaut in die Röhre.
Sydney wüstling stemmt sich vergeblich
Die 17-jährige Schlussläuferin zeigt, warum Experten sie schon jetzt als künftige Weltklasse halten. Fehlerfrei liegt sie, vermeidet im Stehenden eine Strafrunde und jagt mit der sechstschnellsten Laufzeit noch den Anschluss. Doch die Lücke zu groß, die Konkurrenz zu stark. „Ich habe alles gegeben, aber man kann keine Minute mehr aufholen, wenn die anderen nicht patzen“, sagt sie atemlos im Ziel – und klingt dabei schon wie eine alte Hasin.
Den Anfang macht Korbi Kübler mit einer Positionsübernahme, doch drei Fehler im Stehendschießen kosten kostbare Sekunden. Lukas Tannheimer legt zwar die viertschnellste Laufzeit hin, doch ein Nachlader verdirbt die Bilanz. Leni Dietersberger bleibt stehend makellos, doch ihre neuntbeste Laufzeit reicht nicht, um den Rückstand zu verringern.

Dsv-cheftrainer sieht silberstreifen
„Wir haben Fehler gemacht, die man sich in dieser Konstellation nicht leisten darf“, bilanziert Cheftrainer Markus Michl. „Aber wir haben auch gesehen, dass Sydney eine Zukunft hat, die sich gewaschen hat.“ Tatsächlich: Wüstlings Aufholjagd ist das einzige deutsche Lebenszeichen im ansonsten von Skandinaviern und Franzosen dominierten Rennen.
Die Medaillen-Flaute hält an: Auch die Jugend-Mixed-Staffel wurde am Vormittag nur Neunte. Für die Heim-WM bleibt damit bislang nur ein Trostpflaster: Die Sprint-Bewerbe stehen noch aus – und mit ihnen die letzte Chance, vor heimischem Publikum endlich aufs Podest zu kommen.
