Lettland feuert sito alonso – ucam murcia bleibt seine einzige heimat
Elf Monate und eine Woche. Mehr hat Alfonso „Sito“ Alonso nicht gebraucht, um die Geduld der lettischen Basketball-Föderation zu erschöpfen. Am Dienstag flatterte die Kündigung durchs Netz, kaum dass die Quali für die WM 2027 Fahrt aufgenommen hatte. Janis Gailitis übernimmt sofort.

Die bilanz: ein sieg, drei niederlagen – und ein offener schlag gegen murcia
Der 51-jährige Madrilene hatte den Posten am 17. April 2025 übernommen, nachdem Luca Banchi das sinkende Schiff verlassen hatte. Mit Rodions Kurucs an Bord – seinem Schützling aus UCAM-Zeiten – wollnte er den Sprung auf die große Bühne wagen. Doch schon nach vier Spielen steht Lettland nur auf Rang drei der Gruppe F, hinter Polen (4-0) und den Niederlanden (2-2), nur einen Hauch vor Österreich (1-3). Die Defensivreihen wirkten ungeölt, die Rotationsideen improvisiert. Gailitis, zuletzt an der Seitenlinie von Riga/Turība, soll nun aus dem tiefen Stand die Wende schaffen.
Für Alonso bedeutet der Rückzug eine Entlastung. Seit Januar 2019 lenkt er UCAM Murcia, führte die Universitätsmannschaft 2024 zum Endesa-Vizemeister-Titel und zur Bronzemedaille in der FIBA Champions League. In dieser Saison hängt das Team wieder in den Semifinals der FIBA Europe Cup und liegt in der Liga auf Platz drei – genug Baustellen für zwei Trainer gleichzeitig.
Die Trennung kommt nicht aus heiterem Himmel. Interne Berichte aus Riga monieren „mangelnde Kommunikation“ und zu viele Murcia-Termine im Kalender. Alonso selbst betonte stets, er schlafe „mit dem Handy unter dem Kopfkissen“, um beide Jobs unter einen Hut zu bringen. Die Realität holte ihn ein.
Jetzt konzentriert sich der Coach voll auf Murcia – und auf die Playoff-Ambitionen, die ohne Europapokalfreuden wären. Die Fans der Grana dürzen sich: Ihr Tamburin behält seinen Dirigenten, während Lettland nach einem neuen Rhythmus sucht. Für Alonso bleibt nur ein Fazit: Ein kurzes Gastspiel, ein langer Nachhall.
