Lemgo siegt, doch ehf-zukunft trübt die freude

Lemgo-Lippe feierte einen knappen Sieg gegen Leipzig, doch der Jubel war verhalten. Der Grund: Die Unsicherheit bezüglich der Teilnahme an der Champions League durch die komplizierten Entscheidungen des Europäischen Handballverbands (EHF) hängt wie ein dunkler Schatten über dem Verein.

Zittersaison: lemgos platzhoffnung und die ehf-lotterie

Der 30:28 (18:17)-Erfolg gegen das Schlusslicht SC DHfK Leipzig katapultierte den TBV Lemgo Lippe zumindest vorübergehend auf den fünften Platz der Handball-Bundesliga. Ein Platz, der in Zeiten sportlicher Höchstleistungen verlockend klingt. Doch die Freude wird getrübt. Denn die Frage, ob dieser Rang überhaupt für die Teilnahme am wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb reicht, bleibt unbeantwortet.

Die EHF hat ein System ins Leben gerufen, das selbst erfahrene Trainer wie Gudjon Valur Sigurdsson von Gummersbach zur Weißglut treibt. Er bezeichnete die Situation als „schlechte Komödie“. Denn die Entscheidung, wie viele deutsche Teams in der Champions League starten dürfen, hängt von subjektiven Kriterien ab: Infrastruktur, Tradition und Vermarktungspotenzial. Ein absurrer Wettbewerb, der die sportliche Leistung in den Hintergrund rückt.

Auch Nicolej Krickau, der Coach der Füchse Berlin, sprach von einer „Wissenschaft für sich“. Selbst Bob Hanning, der erfahrene Vereinsboss, räumte ein, dass man sich in die Materie einarbeiten müsse, um überhaupt einen Durchblick zu bekommen. Die neue Regularien sind schlichtweg undurchsichtig.

Leipzigs abstieg besiegelt, lemgos verhaltene freude

Leipzigs abstieg besiegelt, lemgos verhaltene freude

Während Lemgo mit dem Sieg einen kleinen Lichtblick erhaschte, müssen die Leipziger den Abstieg in die Zweite Bundesliga bereits jetzt zur Kenntnis nehmen. Für sie war es die letzte Chance, doch sie verfielen dem Druck und der Unwägbarkeit der Situation zum Opfer.

Niels Versteijnen war mit acht Treffern der auffälligste Spieler im Trikot von Lemgo. Die Leipziger konnten sich mit Franz Semper und Blaer Hinriksson (jeweils fünf Tore) ebenfalls sehen lassen. Doch am Ende fehlte ihnen die nötige Konstanz, um mit dem favorisierten TBV mithalten zu können.

Die Saison endet für Lemgo mit einem Auswärtsspiel in Kiel. Ob es dann tatsächlich für die Champions League reicht, wird die kommende Zeit zeigen – und hängt von den Entscheidungen des EHF ab. Eine Entscheidung, die für Unsicherheit und Verbitterung in der Handball-Szene sorgt.