Leipzig stürmt volksparkstadion – hsv bangt um capaldo
Der Volkspark hat seine Unbesiegbarkeit verloren. RB Leipzig gewann am Sonntagabend mit 2:1 beim HSV und riss damit eine Serie, an der zuvor VfB Stuttgart, Borussia Dortmund und der FC Bayern allesamt gescheitert waren. Vier Monate lang war das Volksparkstadion eine echte Festung – bis die Sachsen kamen und sie in 90 Minuten schleiften.
Capaldo verlässt den platz mit den händen vor dem gesicht
Das Ergebnis schmerzt. Aber was den HSV weit mehr beschäftigen dürfte, ist das Bild von Nicolas Capaldo, der in der 20. Minute vom Platz humpelte, beide Hände vors Gesicht gepresst. Eine Adduktorenverletzung, dem Vernehmen nach. Wie schwer, das weiß man noch nicht. Aber der Kapitän fehlt, und das ausgerechnet jetzt, in einer Woche, in der die Rothosen noch zweimal ran müssen.
Dabei hatte Hamburg vor 57.000 Zuschauern gut begonnen. Fabio Vieira traf nach einem blitzsauberen Konter in der 22. Minute zur Führung – ein Treffer, der aus einem haarsträubenden Fehlpass von Castello Lukeba entstand. Der HSV schaltete schnell, Vieira und Ransford Königsdörffer kombinierten über William Mikelbrencis, und am Ende stand der Ball im Netz. Schöner geht Umschaltfußball kaum.

Romulo dreht die partie mit dem hacken
Leipzig ließ sich nicht beirren. Romulo glich in der 36. Minute per Hackentrick aus – ein artistisches Tor, bei dem der Brasilianer den Ball gegen Luka Vuskovic abschirmte und mit dem Rücken zum Tor ins lange Eck traf. Geschmacklos schön, wenn man Leipziger ist. Für den HSV war es der Beginn vom Ende.
Nach der Pause übernahm RB das Kommando vollständig. Yan Diomande erzielte in der 50. Minute das 2:1, nachdem er sich gegen gleich vier Hamburger Verteidiger durchgesetzt hatte. Vorausgegangen war – wie so oft in dieser zweiten Halbzeit – ein Vieira-Fehlpass. Derselbe Mann, der den HSV in Führung gebracht hatte, ebnete nun den Weg zur Niederlage.

Romulo scheitert vom punkt – leipzig drückt trotzdem weiter
In der 62. Minute hätte Romulo mit einem Handelfmeter alles entscheiden können. Daniel Heuer Fernandes parierte. Kurze Hoffnung an der Elbe. Aber Leipzig ließ nicht locker, spielte weiter auf das dritte Tor, und der HSV fand in der Schlussphase kaum noch statt. Energielos, ideenlos, erschöpft.
Was bleibt, ist eine unbequeme Tabellensituation. Statt den Vorsprung auf den Tabellen-17. VfL Wolfsburg auf neun Punkte auszubauen, schaut man im Volkspark wieder nach unten. Am Mittwochkommt Bayer Leverkusen zum Nachholspiel, am Samstag geht es dann nach Wolfsburg. Eine englische Woche, die sich niemand beim HSV so vorgestellt hat – und das ohne den Kapitän.
