Leipzig steckt in der abstiegsfalle – günther plant schon den zweiten anlauf
Der SC DHfK Leipzig trägt am 7. Juni gegen TuS Nettelstedt-Holzminden ein Endspiel ums Bundesliga-Überleben – und Geschäftsführer Karsten Günther arbeitet schon jetzt am Notfallplan für die 2. Liga. Der Tabellenletzte der Handball-Bundesliga baut sich für den Fall des Falles mit fünf Millionen Euro Etat und acht feststehenden Neuen neu auf. Der sofortige Wiederaufstieg ist keine Option, sondern ein Auftrag.
Die personaldecke ist dünn, die uhr tickt
Torhüter Tomas Mrkva und Anadin Suljakovic, die Außen Lukas Binder und Tom Koschek, die Kreisläufer Moritz Preuss und Tim Hertzfeld sowie die Rechtsaußen Staffan Peter und Anton Voß stehen schon fest. Für den Rückraum ist bisher nur Caspar Gauer unter Vertrag. Verhandlungen mit Dean Bombac, Matej Klima und Franz Semper laufen, doch keiner der Drei hat unterschrieben. Trainer Frank Carstens hat zugesagt, doch das reicht nicht, um eine komplette Erstliga-Mannschaft zu füllen. Günther muss bis Juni nicht nur sportlich, sondern auch kadermäßig eine Lücke von fast einem halben Kader schließen.
Die Saison ist für Leipzig ein einziger Reinfall. Nach dem verpatzten Start mussten Sportchef Bastian Roscheck und Trainer Raul Alonso gehen. Die Folge: kein Aufschwung, sondern ein Absturz auf den letzten Platz. Günther gibt sich kämpferisch: „Die Situation ist gerade brutal. Aber auch das ist eine Challenge, die wir jetzt annehmen und daraus was machen.“ Die Wahrheit ist: Leipzig hat zu viele Personalentscheidungen verkackt, zu viele Verletzungen kassiert und zu spät auf die wirtschaftlichen Engpässe reagiert.

Die konkurrenz zieht davon, leipzig räumt auf
Während andere Klubs wie Magdeburg oder Kiel ihre Strukturen verfeinern, musste Leipzig erst einmal die eigenen Trümmer wegtragen. Der „Rucksack“, den Günther erwähnt, wiegt mehrere Tonnen: ein marodes Kadergerüst, eine verunsicherte Mannschaft und ein Fan-Base, die sich fragt, wie der Traditionsclub wieder nach oben kommen soll. Die Antwort liegt in der nüchternen Rechnung: 5 Millionen Euro Etat, ein halbes Dutzend Neuzugänge und ein Trainer, der in der Zweiten Liga schon mal aufgestiegen ist.
Der 7. Juni wird zum Schicksalstag. Gewinnt Leipzig, bleibt die Bundesliga-Achterbahn vorerst in Fahrt. Verliert der Club, beginnt der Wiederaufstiegsmarathon schon am ersten Juli. Günther hat schon jetzt klar gemacht: „Dann würden wir alles daran setzen, dass wir in der nächsten Saison der Bundesligist Nummer 19 sind.“ Die Drohkulisse ist real. Leipzig steht nicht nur am Abgrund – es baut schon die Leiter, um wieder herauszuklettern.
