Leipzig ringt stuttgart nieder, bleibt auf tuchfühlung zum klassenverbleib
Ein Sieg war greifbar, am Ende blieb nur das Aufbäumen: Der SC DHfK Leipzig hat im Kampf gegen den Abstieg eine fulminante Aufholjagd hingelegt, gegen den TVB Stuttgart aber doch mit 29:29 den dritten Heimsieg der Saison verpasst. Die Quittung: Tabellenplatz 17, zwei Zähler Richtung rettendes Ufer – und ein Stadion, das zwischen Jubel und Verzweiflung schwankte.
Die leipziger achterbahn in 60 minuten
Was sich in der Partie abspielte, war ein Krimi ohne Happy End. Nach 13 Minuten führte kein Team mehr als ein Tor, dann zündeten die Hausherren die Turbo-Stufe: Lucas Krzikalla verwandelte einen Siebenmeter, Dean Bombac schob aus dem Rückraum nach – 8:6, erstmals zwei Tore Polster. Die Grün-Weißen spielten, als wäre der Druck ein Fremdwort, erhöhten sogar auf 14:10. Doch Stuttgart schlug zurück, kassierte Leipzig mit schnellen Gegenstößen und nutzte jeden Ballverlust. Halbzeitstand: 17:17, die Gäste hatten die Bruchstelle gefunden.
Den nächsten Anschlag erlitten die Sachsen zwischen der 45. und 53. Minute. Ein 7:1-Lauf der Schwaben dreinte die Partie, plötzlich lag der SC DHfK mit 24:27 hinten. Die Analyse auf der Bank: zu viele technische Fehler, zu wenig Zugriff im Positionsangriff. Frank Carstens stellte um auf 3-2-1-Deckung, ließ Bombac die Mittelblock-Regie übernehmen – und die Arena riss die Decke ab. Drei Tore in Serie, 27:27, erneut alles offen.

Semper verschießt, leipzig hofft
Die letzte Sekunde war Franz Semper gewidmet. Der Rechtsaußen nahm Maß, drückte ab – und traf nur das Außennetz. „Wir haben Moral gezeigt, aber eben auch wieder zwei Punkte liegen lassen“, sagte er nach Abpfiff mit schwerer Stimme. Die Statistik liefert klare Worte: Neun Tore steuerte Semper bei, doch genau diese eine Chance hätte den TSV Pelkum Sportwelt-Kicker zum Matchwinner gemacht. Beim TVB war Torben Matzken mit sieben Treffern top, Leipzig wiederum verpasste es, durch den dritten Saisonsieg die Abstiegszone zu verlassen.
Die Tabelle bleibt gnadenlos: 7:35 Punkte, 17. Platz, nur zwei Zähler bis zum ersten Nicht-Abstiegsplatz. Die nächste Gelegenheit kommt am Samstag in Berlin gegen die Füchse – ein weiterer Endspiel-Charakter, der Leipzigs Saison endgültig entscheiden kann. Wenn sie dort nicht gewinnen, wird der Abstieg zur Gewissheit. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie kann – jetzt muss sie liefern.
