Leichtathletik-wm: marathon verlässt das bewährte format!
Ein Erdbeben in der Leichtathletikwelt: World Athletics plant ab 2030 separate Marathon-Weltmeisterschaften. Die bisherige Praxis, den Marathon in das bestehende WM-Programm zu integrieren, wird nach 2029 beendet. Das bedeutet auch, dass München möglicherweise die letzte Leichtathletik-WM im klassischen Format 2029 austragen könnte.

Die neuausrichtung: marathon im jahresrhythmus
Die Entscheidung des Verbandes unter Präsident Sebastian Coe ist weitreichend. Zunächst sollen die Marathon-Disziplinen noch einmal 2027 und 2029 in den regulären Weltmeisterschaften zu finden sein. Doch ab 2030 wird ein eigener Marathon-WM-Zyklus eingeführt, bei dem sich Damen und Herren im jährlichen Wechsel den Titel sichern. Ein erster Standort für diese neue Veranstaltung steht bereits fest: Athen, die Wiege des Marathons, soll 2030 Austragungsort werden. „Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Athen die Möglichkeit einer eigenständigen Marathon-Weltmeisterschaft zu prüfen“, so Coe, der die Bedeutung des Marathons für den Sport hervorhob.
Die Umstrukturierung betrifft aber nicht nur den Marathon. Auch die weiteren Straßendisziplinen sollen künftig aus dem WM-Programm ausgelagert werden. Dies könnte München eine Chance eröffnen, 2029 oder 2031 eine Leichtathletik-WM im traditionellen Stil auszurichten – möglicherweise die letzte ihrer Art.
Die Erfahrungen bei der letzten WM in Tokio, wo die Hitze zu Verschiebungen bei den Ausdauerwettbewerben führten, dürften ebenfalls eine Rolle bei der Entscheidung gespielt haben. Ähnliche Probleme gab es auch bei den Geherinnen und Gehern. Die Trennung des Marathons und der Straßendisziplinen soll die Planung erleichtern und die Bedingungen für die Athleten verbessern. Die Stadt München hat bereits Interesse bekundet und bewirbt sich aktiv um die Ausrichtung einer WM im Jahr 2029 oder 2031. Die Entscheidung von World Athletics fällt im September.
Die Zahl, die für sich spricht: 2029 könnte das Jahr sein, in dem die deutsche Leichtathletik-Tradition eine neue, wenn auch veränderte, Ära begründet. Ob München den Zuschlag erhält, bleibt abzuwarten, aber die Ambitionen sind unverkennbar.
