Leicester: vom premier-league-champion zur drittliga-demütigung

Ein Schock für die englische Fußballszene: Leicester City, einst Sensationsmeister, stürzt ab in die League One – die dritte englische Liga. Doch das eigentliche Unglaubliche ist nicht der Abstieg selbst, sondern das Diskrepanz zwischen dem luxuriösen Trainingsgelände und der neuen Realität des Klubs.

Ein trainingszentrum der superlative für die zweitklasse

Ein trainingszentrum der superlative für die zweitklasse

Wer die hochmodernen Anlagen von Leicester City betritt, glaubt fast, er sei in einem Weltklub angekommen. 14 Fußballfelder in Originalgröße, ein eigener Neun-Loch-Golfplatz, hochkarätige Sportwissenschafts- und Medizinbereiche – die Liste der Annehmlichkeiten ist endlos. Das Gelände, entstanden ab 2018 für rund 120 Millionen Euro, sollte ein Symbol für die langfristigen Ambitionen des Klubs sein. Ein Denkmal, das auch in Jahrzehnten noch für Größe steht. Doch nun, zehn Jahre nach dem historischen Premier-League-Titel, wirkt das pompöse Trainingsgelände wie eine groteske Ironie.

Der verstorbene Klubbesitzer Vichai Srivaddhanaprabha hatte das Projekt mit Leidenschaft vorangetrieben, seine Fertigstellung erlebte er jedoch nicht mehr. Was als Zeichen für die großen Ziele des Klubs gedacht war, steht heute für eine Kette von Fehlentscheidungen, die Leicester City in den Abgrund geführt haben. Zwei Abgänge aus der Championship und nun der Gang in die League One – eine Demütigung für einen Klub mit solch ehrgeizigen Plänen.

Die ironische Situation: Ein Trainingsgelände, das auf Weltklasse-Niveau ausgelegt ist, wird nun von einem Drittligisten genutzt. Und das könnte kurzfristig sogar zu einer finanziellen Belastung werden. Denn die Betriebskosten für diese gigantische Anlage sind immens, selbst wenn man nur in der League One spielt. Es bleibt abzuwarten, ob Leicester City den Spagat zwischen Luxus und Sparsamkeit hinbekommt – oder ob das einst so stolze Trainingsgelände zur teuersten Mahnung an eine verlorene Ära wird.

Die Füchse müssen sich nun eingestehen, dass der Traum vom dauerhaften Erfolg in der Premier League geplatzt ist. Und die Frage, die sich jeder Leicester-Fan stellen muss, lautet: Wie soll der Klub aus dieser Krise herausfinden und wieder auf Kurs kommen? Die Antwort liegt nicht in einem luxuriösen Trainingsgelände, sondern in einer klaren sportlichen Strategie und einer soliden wirtschaftlichen Basis – zwei Dinge, die Leicester City in den letzten Jahren schmerzlich vermisst hat.