Legende geht: julien sprunger beendet karriere nach 23 jahren!
Fribourg – Ein Ära geht zu Ende: Julien Sprunger, die lebende Legende des HC Fribourg-Gotteron, hat sein Rücktritt bekannt gegeben. Nach fast 24 Jahren und über 1186 Spielen in der National League verabschiedet sich der 40-Jährige von der Eisfläche, doch sein Vermächtnis wird in der Saanestadt für immer weiterleben.
Ein karrierebogen wie kein anderer
Sprungers Geschichte ist untrennbar mit der des HCFG verbunden. Seine Profikarriere begann am 27. September 2002 in Davos – ein Tag, an dem ein gerade einmal 16-jähriger Sprunger sein NLA-Debüt feierte. Anfangs im Schatten von Legenden wie Mario Rottaris und Antoine Descloux, bewies er schnell sein Talent, zunächst in Leihgeschäften für die Düdingen Bulls.
Die Saison 2003/04 markierte seinen Durchbruch. In 42 Spielen der Regular Season etablierte sich Sprunger als feste Größe im Team. Sein erstes Tor, am 4. Oktober gegen den EHC Basel, war der Beginn einer außergewöhnlichen Karriere. Er wurde zu einem Vorbild für die junge Generation und zu einem Identifikationssymbol für den gesamten Kanton.

Von der liga-dominanz zur nhl-tragödie
Sprunger entwickelte sich zu einem Schlüsselspieler für die Drachen. Seine Leistungen explodierten in der Saison 2005/06, als er mit 33 Toren in der Regular Season glänzte. Die Anerkennung seiner Leistungen wurde ihm in der Saison 2007/08 zuteil, als er zum MVP der Liga gewählt wurde. Der Viertelfinal-Sieg gegen den SC Bern, besiegelt durch seinen entscheidenden Penalty kurz vor Schluss, machte ihn unsterblich in den Augen der Fribourger Fans.
Doch sein Weg war nicht nur von Triumphen geprägt. Ein schwerer Schicksalsschlag überschattete seine Karriere: Bei der Heim-WM 2008 erlitt er eine schwere Rückenverletzung, die seine NHL-Träume bei den New York Rangers abrupt beendete. Eine Bandscheibenoperation und eine lange Reha-Phase folgten – ein Kampf, den Sprunger jedoch mit unbändigem Willen gewann.

Zurück in die heimat – eine identifikationsfigur
Sprunger kehrte stärker zurück und bewies, dass er trotz seiner Verletzung noch immer zu den besten Spielern der Liga gehörte. Seine Identifikation mit dem HCFG wurde immer deutlicher. Er übernahm nicht nur spielerische Verantwortung, sondern auch in der Kabine, wo er oft mit dem „A“ auf der Brust auflief. Seine Werte blieben stark, und er war weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Schweizer Nationalmannschaft.

Ein leben für den verein – und ein titel
Auch in den Jahren, in denen die Drachen nicht immer erfolgreich waren, blieb Sprunger treu zu seinem Verein. Er führte sein Team in den Playoffs immer wieder an, trotz Verletzungen und Rückschlägen. Die Saison 2023/24, die viele als seine letzte sahen, endete mit einem denkwürdigen Triumph beim Spengler Cup – ein langersehnter Titel, der seiner außergewöhnlichen Karriere den perfekten Rahmen gab. „Das ist jetzt einfach so verdient“, sagte Sprunger bei wir.Freiburg.
Julien Sprunger verlässt die Eisfläche mit der Bilanz von 1186 Spielen, 414 Toren und 414 Assists in der National League – eine Leistung, die ihn zu den größten Spielern der Liga macht. Er hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu füllen sein wird. Doch sein Vermächtnis, seine Loyalität und seine Leidenschaft für den HC Fribourg-Gotteron werden für immer in den Herzen der Fans weiterleben.
