Lazio zerstört atalantas europa-plan: pokalsieg würde dea rauswerfen

Rom – Ein einziger Elfmeter in der Coppa Italia reicht, um ganz Serie A durcheinanderzuwirbeln. Weil Lazio am Dienstag Atalanta im Halbfinale 4:3 i.E. aus dem Wettbewerb warf, droht der Dea nun das große K.o.-Szenario: Endet die Saison heute und holt Lazio den Pokal, fliegt Atalanta komplett aus Europa.

Der Grund ist die neue Zuteilung der UEFA-Plätze. Italien hat vier Champions-League-Tickets, zwei für die Europa League und eines für die Conference. Momentan wären das Inter, Mailand, Neapel und Juventus in der Königsklasse, Como (5.) und Roma (6.) in der EL, Atalanta (7.) im Conference-Vorfeld. Doch ein Pokalsieger aus den Top sieben rutscht automatisch in die Europa League, alle anderen rutschen einen Platz nach unten – und der Achte ist außen vor.

Was genau passiert, wenn lazio am 14. mai die inter schlägt?

Die Biancocelesti liegen aktuell Neunter, sieben Zähler hinter Atalanta. Siegen sie im Olympiastadion, belegen sie als Pokalsieger fix Startplatz Nummer zwei in der Europa League. Die Folge: Fünfter und Sechster bleiben zwar europäisch, die Conference-Platzierung fällt weg. Atalanta, heute Siebter, würde leer ausgehen – ein Déjà-vu nach dem bitteren Halbfinale-Aus.

Die einzige Rettung: Gasperinis Mannschaft muss mindestens auf Rang sechs vorrücken. Dafür müsste sie Como oder Roma überholen, beide haben drei bzw. fünf Punkte Vorsprung. Vier Spieltage sind noch Zeit, doch das Programm ist gnadenlos: Napoli, Milan und das Rückspiel gegen Roma warten.

Inter-sieg würde atalanta retten – aber wer will schon auf wohltaten hoffen?

Inter-sieg würde atalanta retten – aber wer will schon auf wohltaten hoffen?

Sollte Inter den Pokal holen, bleibt die Tabelle unverändert. Die Nerazzurri sind ohnehin schon für die Champions League qualifiziert, Atalanta käme als Siebter in die Conference League. Doemselbst das wäre nur ein Trostpflaster nach einer Saison, die wegen des klaren Kaderwerts eigentlich höhere Ziele rechtfertigte.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Atalanta hat 2024/25 25 Punkte mehr auf dem Papier holen können als Lazio, doch ein einziges Elfmeterschießen und ein möglicher Pokal-Coup der Römer reichen, um all die Mühe zunichte zu machen. Die Dea muss nun nicht nur gewinnen, sondern auch auf fremde Schützenhilfe hoffen – eine Situation, die im modernen Fußball selten gut endet.

Für Lazio hingegen winkt die Chance aufs Selbstbestimmungsrecht: Ein Titel, die direkte Europa-League-Quali und die Macht, einem Konkurrenten die Teilnahme zu verweigern. Keine schlechte Ausbeute für eine Saison, in der Sarri bislang vor allem mit Schmerztabletten und Personalnotstand beschäftigt war.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: In Italien entscheiden nicht mehr 38 Spieltage, sondern 120 Minuten im Stadio Olimpico. Wer dort den Pokal stemmt, schreibt die Europakarte neu – und kann ganze Arbeitsjahre mit einem Schlag zerschmettern. Für Atalanta heißt es nun: Siegen, zusehen, hoffen. Oder eben: Ferien im Juli.