Lazio wirft nach cup-blitz udinese raus – sarri schielt jetzt auf platz acht

Römisches Feuerwerk im Friuli: Mit dem 2:0 bei Udinese hat Lazio nicht nur die Serie-A-Fehlstart-Saison gedreht, sondern auch die Europa-League-Hoffnung wieder angezündet. Trainer Maurizio Sarri schöpft nach dem spektakulären Einzug in den Coppa-Italia-Final wieder Luft – und das mitten im April-Sturmlauf.

Sarri nutzt den rückenwind

Die Zahl, die Sarri seit Wochen verfolgt: 43 Punkte, das war der Stand vor dem Udine-Spiel. Jetzt sind es 46, Rang neun, nur zwei Zähler hinter Bologna. „Wir haben die Kontrolle zurück“, sagte der Coach nach Abpfiff. „Die Jungs spüren, dass die Saison noch ein Happy End bekommen kann.“ Der Happy-End-Plot: Gewinnt Lazio am 13. Mai die Coppa gegen Inter, ist Europa fix. Verliert die Roma das Finale, reicht auch Platz acht.

Der Knackpunkt war die 78. Minute im Friuli. Mattia Zaccagni erkämpfte sich den Ball an der Mittellinie, tankte sich durch Udineses Mittelfeld-Kette und leitete mit einem Zuckerpass den Konter ein, den Gustav Isaksen eiskalt abschloss. Kaum jemand hatte Zaccagni auf dem Zettel – schließlich fehlte ihm nach Adduktoren-Problemen die Match-Praxis. Doch Sarri setzte auf den Flügelflitzer statt auf Pedro. Die Wahl ging auf.

Udinese zahlt lehrgeld

Udinese zahlt lehrgeld

Udinese-Coach Kosta Runjaic warf nach dem Spiel seinen Stolper-Startkern vor. „Wir haben Lazio in der ersten halben Stunde förmlich eingeladen“, sagte er. Seine Abwehr, zuvor vier Spiele ohne Gegentor, kassierte innerhalb von 180 Sekunden das 0:1 und 0:2. Nicolò Zaniolo, eigentlich als Zehner vorgesehen, rutschte immer wieder ins Mittelfeld-Bollwerk und verlor entscheidende Zweikämpfe – darunter eben jenen gegen Zaccagni.

Die Statistik spricht Bände: Udinese blieb bei fünf Torschüssen, keiner davon auf dem Kasten von Lazio-Keeper Christos Mandas. Die Gäste dagegen trafen zweimal aus nur vier Abschlüssen. Effizienz, die Sarri seit Wochen fordert.

Die quoten schwenken um

Die quoten schwenken um

Buchmacher reagierten postwendend. Vor dem Udine-Spiel lag Lazios Top-8-Quote noch bei 4,50, binnen Minuten fiel sie auf 2,30. Auch der Under-2,5-Markt rutschte von 1,80 auf 1,65 – ein Zeichen dafür, dass Experten mit einem engen Schlagabtausch in den letzten Saisonwochen rechnen. Für Sarri ist das Nebensache. „Wir wollen Titel, nicht Tabellen“, betonte er. Doch die Zahlen sagen: Lazio könnte beides bekommen.

Der nächste Stresstest folgt bereits am Wochenende mit dem Stadtderby gegen Roma. Gewinnt Lazio, wäre sogar Platz sieben drin. Die Kurve singt wieder. Und Sarri? Der schlurft mit Kippe zum Presse-Raum, lächelt kurz und sagt: „Wenn der Pokal in unserem Schrank landet, schreibe ich die Saison selbst um.“ Die Romanista wissen: Der Rivale ist zurück – und das mit Rückenwind.