Lazio vor dem pokal-halbfinale: sarri bangt um drei leistungsträger

Milchmädchenrechnung bei der Lazio: Morgen rollt der Ball im Halbfinale der Coppa Italia, doch Maurizio Sarri muss mit dem Notfallplan antreten. Drei seiner angeschlagenen Schlüsselspieler drohen auszufallen – und das gegen eine Atalanta, die in Europas Topform schwelgt.

Die Rechnung ist so einfach wie bitter: Sechs verletzte Profis, drei vage Hoffnungen, ein einziger Matchball. Nach der 0:1-Blamage gegen Turin zog Sarri die Bilanz auf Formello – und stellte fest, dass seine Aufstellung gegen Gasperini ein Puzzle mit vielen fehlenden Teilen bleibt.

Die ärztliche lage: entzündungen statt laktat

Basic zappelt mit einer Adduktoren-Entzündung, Gila schont sein Knie, und Maldini? Der Italiener spürte gestern beim Joggen erneut die Stichflamme der Patellasehnen-Tendinopathie. Sarri hatte ihn extra erst in der 70. Minute reingeworfen – und kassierte prompt den nächsten Rückschlag.

Die medizinische Abteilung rechnet intern mit einer Ausfallquote von 70 Prozent für das Trio. Das bedeutet: Im Stadio Olimpico wird die Lazio wohl ohne ihre letzte defensive Lebensversicherung beginnen. Ein Szenario, das Sarri sonst nur aus der Europa-League-Gruppenphase kennt.

Dabei war gerade die Winter-Vorbereitung auf Beständigkeit getrimmt. Fitnesscoach Manzi hatte die Laktatkurven runtergebracht, die Kilometer hoch – nun versiegen die Optionen. Wer rückt nach? Ein 19-jähriger Primavera-Spieler und ein Seitenwechsler, der zuletzt in der Seria B spielte.

Der gegner lacht – und plant schon das finale

Der gegner lacht – und plant schon das finale

Während Sarri Notlösungen wälzt, trainiert Atalanta mit vollständigem Kader. Lookman und Scamacca donnerten am Freitag sehenswerte Lupfer rein, Ederson lief drei Tore weg. Gasperini kann rotieren, variieren, experimentieren – Sarri muss improvisieren.

Die Buchmacher reagierten sofort: Die Quote auf einen Lazio-Sieg stieg von 2,45 auf 3,10. Das sagt mehr als jede Pressekonferenz. Die Analyseabteilung der Gazzetta dello Sport listet Atalanta als „klaren Favoriten“, trotz Auswärtsstellung. Sarri dagegen redet sich in die Ecke: „Wir müssen das Spiel verkrampft angehen, sonst laufen wir hinterher.“

Die Fans sind gespalten: Auf Twitter kursieren Memes, die die Lazio-Startaufstellung als Rettungswagen beschreiben. Aber es gibt auch Applaus für die Jugend – denn genau diese Notlage könnte einen neuen Helden gebären. Sarri selbst nannte es „eine Chance für die, die sonst nur mit der Wasserflasche wedeln“.

Fazit: Die Coppa Italia war Sarris letzte Rettung, um die Saison noch zu retten. Nun droht auch dieser Fokus zu verpuffen. Steht am Mittwoch eine B-Elf auf dem Platz, wird das Olimpico pfeifen – und die Atalanta vorzeitig feiern. Die Uhr tickt. Der Countdown läuft. Und Sarri? Der hat nur noch 48 Stunden, um ein Wunder zu verordnen.