Lautaro bleibt zu hause – argentinien verzichtet auf den verletzten inter-kapitän

Lionel Scaloni setzt auf klare Kante: Lautaro Martínez fehlt im nächsten Länderspiel-Tross der Albiceleste. Der Inter-Kapitän, seit dem Horror-Foul von Bodo/Glimt am 18. März noch nicht vollständig genesen, wurde nicht nominiert. Das bestätigte die argentinische Führung am Montagabend in Buenos Aires.

Der Stürmer war nach dem Sprint-Duell mit dem Norweger Wembangomo zusammengebroccht, Innenband- und Kapselabschürfung lauteten die Diagnose. Seitdem lauert der 27-Jährige in Appiano Gentile, trainiert individuell, aber noch nicht mit der Mannschaft. Das nationale Trainerteam will keine Risiken eingehen – und Scaloni folgt strikt der medizinischen Empfehlung.

Inter blockt – und spart sich den superstar für die schlussphase

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Die Entscheidung entlastet Simone Inzaghi. Ohne argentinischen Druck kann der Klub das Comeback von Martínez exakt nach körperlichen Parametern steuern. Gegen Florenz am Samstag ist ein Kurzeinsatz denkbar, mehr nicht. „Wir werden keine Experimente machen“, sagte ein Vereinsinsider. Die Rose der Nerazzurri ist ohnehin breit genug, um die Serie A weiter zu dominieren.

Argentinien selbst verliert damit zwar seinen Torschützenkönig, gewinnt aber Planungssicherheit. Das ohnehin abgesagte Prestigeduell gegen Spanien in Doha entfällt, das Testspiel gegen Guatemala am 15. Juni wird ohne Martínez stattfinden – und zur reinen Messi-Gala mutieren. Der 36-jährige Weltmeister dürfte in seinem Heimatstadion minutenlang gefeiert werden, während der Torjäger von Inter weiter an seiner Knie-Stabilität feilt.

Die Zahlen sprechen für sich: Seit seinem Wechsel 2018 erzielte Martínez 108 Tore für Inter, 25 in 54 Länderspielen. Ein Ausfallzeitfenster von knapp fünf Wochen wäre vertretbar, länger würde den Mailändern weh tun. Die medizinische Abteilung setzt auf Kryo-Therapie, propriozeptives Training und eine Stufe-zu-Stufe-Belastung. Kein Termin ist heilig – außer der 100-Prozent-Marke.

Für Argentinien beginnt ohnehin eine neue Ära: Julián Álvarez, Paulo Dybala und Giovanni Simeone liefern sich ein Dreikampf um Martínez' Stammplatz. Die Qualität reicht, um auch ohne den Inter-Star zu glänzen. Die Botschaft ist klar: Erst Gesundheit, dann Glamour. Und Inter mailandet weiter Richtung Meisterschaft, während der Toro in Ruhe seine Krallen wetzt.