Laura penzes zieht nach berlin: füchse verpflichten top-scorerin aus zwickau

Laura Penzes kommt und bringt ihren Torriecher mit. Die 26-jährige Ungarin wechselt vom BSV Sachsen Zwickau zu den Füchsen Berlin und unterschreibt für zwei Jahre. Für die Hauptstädterinnen ist das mehr als ein Transfer – es ist eine Kampfansage an die Liga.

Penzes hat in der abgelaufenen Saison 127 Treffer für Zwickau erzielt, stand in fast jedem Spiel auf dem Scoreboard und ließ vor allem Abwehrreihen verzweifeln, die sich auf ihre Linkshand einstellen wollten. Genau diese Eigenschaft hat auch Susann Müller überzeugt. „Laura hat uns in der Vergangenheit mit ihrer Spielintelligenz regelrecht ausmanövriert“, sagt die Cheftrainerin. „Sie ist selbst torgefährlich, aber sie macht ihre Mitspielerinnen besser. Das ist selten.“

Warum penzes der fehlende puzzleteil war

Die Füchse haben in den vergangenen Jahren talentiert zusammengespielt, aber eine zentrale Rückraumspielerin, die in entscheidenden Phasen den Ball sicher nach vorn trägt, fehlte. Britta Lorenz, Managerin des Klubs, nennt es offen: „Laura ist genau die Spielerin, die wir im Angriffsverbund noch gebraucht haben.“

Die Zahlen sprechen für sich: In der 2. Bundesliga war Penzes an 34 Prozent aller Zwickauer Tore beteiligt – als Schützin oder Vorbereiterin. In der 1. Bundesliga hat sie sich trotz Abstiegskampf durchgesetzt und ihre Scorerate sogar leicht gesteigert. Das spricht für eine Athletin, die Druck nicht in Frust, sondern in Tore umwandelt.

Debrecen, Budapest, Halle, Zwickau – ihre Karriere liest sich wie eine Landkarte des europäischen Handballs. In ihrer Heimatstadt Debrecen lernte sie, dass Technik ohne Mentalität nicht reicht. Bei Vasas Budapest spielte sie vor 5.000 Zuschauern, wurde mit 22 zur Nationalspielerin. In Halle schließlich bewies sie, dass sie eine Mannschaft tragen kann – 2024/25 stieg sie auf, obwohl der Kader nur zwei erfahrene Bundesliga-Spielerinnen hatte.

Was penzes in berlin anders machen will

Was penzes in berlin anders machen will

„Ich will Titel“, sagt sie knapp, als wir sie am Telefon erreichen. „Berlin hat eine junge, hungrige Mannschaft und eine Trainerin, die weiß, wie man gewinnt.“ Dass Müller 2014 Weltmeisterin wurde, habe sie beeindruckt. „Sie verlangt Disziplin, aber sie gibt dir auch Freiheit. Genau das brauche ich.“

Die Füchse haben in den letzten drei Jahren zweimal die Play-offs verpasst, einmal erst im Viertelfinale ausgeschieden. Mit Penzes soll sich das ändern. Ihr Vertrag läuft bis 2026, die Option auf eine Verlängerung ist laut Lorenz „ein offenes Geheimnis“. Die Ungarin selbst will sich nicht festlegen: „Erst zeigen, dann reden.“

Am 10. Juli beginnt das Training. Penzes wird anreisen, ihre Handschuhe sind schon gepackt. In Berlin erwartet sie kein Neuanfang, sondern eine Fortsetzung – nur auf höherem Niveau. Die Liga sollte sich warm anziehen.