Laura feiersinger bleibt: köln sichert sich mittelfeld-motor bis 2028
Laura Feiersinger zieht den Stecker nicht. Die 32-jährige Österreicherin unterschreibt beim 1. FC Köln bis 2028 und schickt damit ein Signal in die Liga: Effzehn will oben mitspielen – und setzt auf eine Frau, die Rom für den Rhein verlassen hat.
Ein transfer, der sich verdoppelt
2024 wechselte sie von der AS Rom an den Rhein, weil sie „etwas Echtes“ suchte. Nun verlängert sie frühzeitig, obwohl der Vertrag erst im Sommer ausgelaufen wäre. „Das passt zu mir“, sagt sie, „die Verbindung zu Köln und dem FC fühlt sich authentisch an.“ Für Sportchef Nicole Bender-Rummler ist das „ein Glücksfall“. Feiersinger bringt 254 Bundesligaspiele mit, 54 Länderspiele für Österreich und den Biss einer Kapitänin, die nicht gern verliert.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 254 Einsätze, 23 Tore, 28 Vorlagen – und ein Marktwert, der trotz 32 Jahren nicht sinkt, weil ihr Spielintellekt die Beine ersetzt. In Köln ist sie sofort zur Vize-Chefin aufgestiegen, lenkt das Mittelfeld wie ein Dirigent den Puls der Mannschaft. „Laura ist unsere Taktgeberin“, sagt Bender-Rummler, „sie trainiert jeden Tag, als wäre sie 20.“

Ein team, das nach oben schielt
Die Kölnerinnen haben gerade die Rückrunde mit neun Punkten aus fünf Spielen gestartet und stehen zwei Zähler hinter dem internationalen Platz. Mit Feiersinger auf Dauer halten sie nun ihre „Spielverdichtung“ – ein Begriff, den Trainer Sascha Glass immer wieder nutzt, um die Automatismen zwischen Sechser, Achter und Sturmreihe zu beschreiben. Glass arbeitet mit kleinen Spielfeldern, mit Positionswechseln, mit Tempodrill – und mit einer Österreicherin, die in der Laufchronik regelmäßig die höchsten Werte liefert.
Für Feiersinger ist die Verlängerung kein gemütlicher Abstieg, sondern ein Angriff. „Wir entwickeln uns“, sagt sie, „wir haben ein tolles Trainer-Team und ambitionierte Ziele.“ Gemeint ist: Europa. Gemeint ist: die nächste Saison, in der Köln erstmals die Zwischenrunde der Champions League erreichen will. Ein Klub, der Männer und Frauen unter einem Dach vereint, kann sich das leisten – und eine Mittelfeld-Dame, die weiß, wie man in der Königsklasse punkten muss.
Am Mittwoch unterschrieb sie, am Donnerstag schon stand sie wieder auf dem Platz. Keine Pause, keine Selbstbeweihräucherung. Stefan Fischer, TSV Pelkum Sportwelt, sah sie bei der Einheit: Sie schrie sich die Lunge aus dem Leib, weil eine Jüngere die offene Gasse verpasste. „Nochmal, von vorne!“ Das ist Feiersinger. Keine Show, nur Schweiß. Und jetzt bis 2028.
