Lakers-krawall: vanderbilt flippt aus, redick schickt ihn auf die bank

Jarred Vanderbilt brauchte nur 16 Sekunden, um klarzumachen, dass er keinen Bock hatte. Dann flog er raus. Und dann flippte er komplett aus.

Die Szene im Crypto.com Arena war so peinlich wie symptomatisch: Los Angeles liegt 0:8 zurück gegen Oklahoma City, Redick zieht die Notbremse, schickt den Forward direkt wieder zur bank. Vanderbilt spurtet nicht, er marschiert. Direkt auf seinen Coach zu. Redick ignoriert ihn, diskutiert mit den Assistenten. Daraufhin brüllt Vanderbilt los, so laut, dass D’Angelo Russell und Gabe Vincentsich wie Bodyguards dazwischen werfen. Die Kameras fangen alles ein, die Mics auch. „Play the f*ing rookies then!“ ist das Freundlichste, was man versteht.

Redick zieht die reißleine – und schwächt ab

Nach dem 87:123 feiert Redick das große Runterspiel. „Normaler Frust, nichts Besonderes“, sagt er mit der Stimme eines Mannes, der gerade ein Faustloch in der Wand hat reparieren lassen. Dabei war es seine Entscheidung, mit nur neun gesunden Rotationspielern zu planen – und dann zwei davon öffentlich zu demütigen. Rui Hachimura durfte nach 2:30 Minuten Platz machen für Adou Thiero, weil er eine Rotation vermasselt hatte. Auch er schwieg nach dem Spiel, packte nur seine Tasche und verschwand durch den Hinterausgang.

Die Rechnung geht nach hinten los. Ohne LeBron James, ohne Luka Dončić, ohne Austin Reaves wirkt das Team wie ein Auto mit leerem Tank und vollem Ego. Die 36-Punkte-Klatsche ist die höchste Heimniederlage der Saison, die Stimmung im Kader kocht. „Wir suchen neun Mann, die brennen“, sagt Redick. Gesucht wird offenbar auch ein neues Leadership-Modell.

Die zahlen, die wehtun

Die zahlen, die wehtun

Seit Redick vor zwei Wochen die Minutenstruktur umstellte, sinkt Vanderbilts Usage auf 8,7 Prozent – ein Wert, den sonst nur Two-Way-Spieler erreichen. Hachimura kam in den letzten drei Partien nicht einmal auf 40 Feldversuche. Die Lakers fallen trotz 50-29-Bilanz auf Rang vier, weil Houston den Tie-Breaker gewinnt. Noch stehen Golden State, Phoenix und Utah an. Noch kann Rang zwei fallen – oder Rang sieben. Die Playoff-Bahn ist kein garantiertes Ziel, sondern ein Auswahlmenü mit Stolperfallen.

Vanderbilt hat die Kabine vor den Medien verlassen, sein Vertrag läuft 2028 – und sein Trade-Wert gerade in den Keller. Hachimura schweigt sich aus, sein Name kursiert schon in Brooklyn- und Portland-Gerüchten. Redick aber beharrt: „Wir sind auf derselben Wellenlänge.“ Welche Wellenlänge das ist? Die, bei der alle schreien und keiner zuhört.

Die Saison endet in neun Tagen. Die Lakers haben drei Spiele, um eine Stimmung zu retten, die in 16 Sekunden kaputtging. Die Uhr tickt. Die Ego-Uhr auch.