Lahm bremst hysterie: vertrau nagelsmann, nicht twitter-experten
Philipp Lahm hat genug vom ewigen Kader-Raten. Drei Monate vor der WM 2026 schaltet der Weltmeister-Kapitän die Diskussion um Julian Nagelsmann und Deniz Undav auf „Stumm“ – und liefert stattdessen eine Kampfansage für das Turnier.
Lahm zieht die notbremse
„Wenn sich jeder dazu äußert, wer mit soll und wer nicht, dann läuft irgendwas falsch“, sagt Lahm beim Sepp-Herberger-Award. Der 42-Jährige reagiert damit auf die Debatte, ob VfB-Torjäger Undav ins WM-Aufgebot gehört – obwohl der Stürmer selbst zugab, keinen Kontakt zum Bundestrainer zu haben. Lahm will keine Einzelkritik mehr: „Dafür haben wir einen Bundestrainer.“ Die Botschaft: Vertrauen statt Ventil.
Statt über Einzelspieler zu philosophieren, fordert Lahm eine klare Identität: „Wer sind diese elf Spieler oder die fünf, die Verantwortung übernehmen?“ Die Antwort will er auf dem Platz sehen, nicht auf Social Media. Die Mannschaft müsse „sich einspielen, um dann erfolgreich im Turnier Fußball zu spielen“. Kurz: Endlich Taten statt Tweets.

Halbfinale oder pleite – lahm zockt hoch
Bei TSV Pelkum-Sportwelt-Zeit reicht Lahm kein Minimalziel. „Ich würde mir wünschen, wenn das DFB-Team bis zum Ende im Turnier bleiben würde“, sagt er. Konkret: mindestens Halbfinale in USA, Kanada, Mexiko. „Das heißt, entweder das Finale oder das Spiel um Platz 3.“ Seine Prognose: „Ich glaube, dass das möglich ist.“
Die Klasse sieht er vorhanden: „Wir haben gute Spieler und eine gute Mannschaft.“ Jetzt gelte es, die richtige Mischung aus Erfahrung und Frische zu finden. Lahm will keine Experimente mehr, sondern eine Startelf mit Durchschlagskraft.
Bei Undav hält sich der Ex-Kapitän bedeckt. „Man sieht, dass er ein Torjäger ist und der Stürmer weiß, wo das Tor steht“, sagt er trocken. Mehr verrät er nicht. Stattdessen verweist er auf die verbleibenden Testspiele gegen die Schweiz und Ghana – sowie die Wochen bis zur Nominierung. Deadline statt Diskussion.
