Kyrgios und engel: stuttgarter rasen bekommt sein spektakel zurück
Der Rasen am Stuttgarter Weissenhof knistert schon jetzt. Nick Kyrgios und Justin Engel haben ihre Wildcards sicher – und damit dem Turnier das verpasst, was es braucht: Gefahr und Geschichte.
Engel will den sprung, kyrgios den absprung
Der 18-jährige Nürnberger war 2024 noch ein Schuljunge mit Schläger, heute steht er vor dem nächsten großen Schritt. Gegen Profis mit Ranking, gegen Männer, die seine Aufschläge kennen. „Er kann auf Rasen nicht nur mithalten, er kann dominieren“, sagt Turnierchef Edwin Weindorfer. Kein Satz, sondern ein Auftrag.
Kyrgios? Der kommt mit Rückschlag. Zweimal Operation, einmal Burn-out, null Matchpraxis seit acht Monaten. Dennoch: Wenn er in Stuttgart auftritt, vergisst das Publikt, dass er die Weltrangliste nicht mehr liest. Es zählt nur der Moment – und seine Vorhand, die wie ein Katapult wirkt.

Die atmosphäre frisst statistiken
2023 schied er in Runde eins aus, trotzdem stand die Halle nach Mitternacht noch. Warum? Weil Kyrgios jeden Ball wie eine Frage behandelt: Willst du mich wirklich schlagen? Die Antwort lautet meist ja, aber das Publikum liebt die Fragerei.
Engel profitiert von der Seitenlinie. Er trainiert seit Wochen auf Rasen, kennt die Unebenheiten, die schnellen Sprünge. Sein Vorteil: Er muss nicht erwachsen werden, er ist es schon. 17 Jahre alt, Viertelfinale, das war kein Zufall, sondern ein Vorgeschmack.
Das Turnier zahlt 710.000 Euro Preisgeld. Doch das interessiert niemanden, solange Kyrgios lacht und Engel den Schläger hebt. Die Tickets für Mittwoch, den 11. Juni, sind bereits vergriffen – Restplätze nur auf dem Schwarzmarkt, und der ist hier grün.
Am Ende zählt nicht die Wildcard, sondern wer sie einlöst. Engel will sich festspielen, Kyrgios will sich beweisen. Der Rasen ist bereit. Die Frage lautet nur: Wer tritt zuerst aufs Gas?
