Kyrgios kehrt zurück – und sofort gibt es neuen doping-streit

Nick Kyrgios spielte zuletzt am 6. Januar, verlor in Brisbane gegen Aleksandar Kovacevic, verzog sich danach ins Social-Media-Revier – und schlägt dort nun wieder zu. Mit sarkastischen Kommentaren verteidigt der Australier den gesperrten Landsmann Marinko Matosevic, der wegen fünf verschuldeter Hämatokrit-Verstöße vier Jahre sitzen muss.

Kyrgios’ empörung trifft ins leere

Was den 29-Jährigen auf die Palme bringt: ein Tweet von US-Journalist Ben Rothenberg, der Matosevic als „vierten Australier in 16 Monaten“ bei Doping-Verstößen listet. Kyrgios kontert auf X mit gespieltem Spott: „Klar, wir reden über einen ausgemusterten Spieler, nicht über die Aktiven … lächerlich.“ Dahinter steckt dieselbe Wut, die er monatelang gegen Jannik Sinner geschürt hat – bis dessen Clostebol-Akte offiziell ad acta gelegt wurde. Die Ironie: Während Kyrgios die Vergangenheit beschützt, plant er selbst wieder Zukunft.

Denn parallel zur Twitter-Keilerei kündigt er auf Instagram sein Sommer-Comeback an. Erstem Vernehmen nach erhält er eine Wildcard für das ATP-250 von Stuttgart (8.–14. Juni), eine Woche später folgt das Turnier von Mallorca (21.–27. Juni). Grünplatz, Serve-&-Volley, Erinnerungen an das Wimbledon-Finale 2022 – alles Zutaten, die Kyrgios’ Follower erneut auf Hochtouren bringen.

Die frage lautet: hält die schlaegerhand mit?

Die frage lautet: hält die schlaegerhand mit?

Seit seiner Knie-Operation 2023 fehlt der Beweis, dass er überhaupt noch 90 Minuten Best-of-Three verkraftet. In Brisbane war er nach 62 Minuten fertig, die Quote der Winners war ertappt-lächerlich. Dennoch: Die Veranstalter zahlen, die Fans klicken, Kyrgios lacht. Für Stuttgart heiß es, man habe „einen Superstar“ geholt; für Mallorca verspricht man sich „Mediale Sensation“. Ob das reicht, um die Sportschau-Redaktion vor Begeisterung zu Tränen zu rühren, bleibt offen.

Der Rest ist Business wie immer: ein Pickleball-Exo hier, ein Sponsoring-Post da, dazwischen Retweets von Basketball-Clips. Kyrgios bleibt ein Influencer, der nebenbei Tennis spielt – nicht umgekehrt. Und wenn ihn jemand fragt, warum er Matosevic in Schutz nimmt, wird die Antwort wohl wieder in 280 Zeiten daherkommen, mit Emojis und Caps-Lock. Der Mann liefert Content, keine Konsequenzen.

Fakt ist: Am 8. Juni steht sein Name im Stuttgart-Tableau. Fakt ist auch: Seit 525 Tagen hat er kein Einzel auf der ATP-Tour gewonnen. Die Zahlen sprechen eine klarere Sprache als Kyrgios je zulassen würde – und sie sagen, dass man seine Rückkehr besser mit Vorsicht genießen sollte. Wer auf Gras gegen ihn antritt, bekommt entweder ein Feuerwerk oder einen Fehlstart. Beides ist gut fürs Geschäft, nur nicht unbedingt für die Sportlichkeit.