Kwasniok räumt auf: drei rückkehrer sorgen vor dem derby für rückenwind

Lukas Kwasniok musste am Donnerstag nur drei Sätze sagen, um die Stimmung beim 1. FC Köln vor dem 100. Rhein-Duell zu drehen: „Said, Jakub und Florian – alles dabei.“ Mit diesen Namen verschwand die Krisenszenerie vom Vortag, als auf der Geißbockheim-Wiese plötzlich wieder Angriffskraft stand.

El mala und kaminski liefern die antwort auf bochum

Der Scorer des Aufstiegs, Said El Mala, zog ohne Einschränkung durch die Partie, die der Coach extra auf höchstem Tempo ansetzte. Neun Tore, vier Vorlagen – Zahlen, die Köln in dieser Saison am Leben halten. Neben ihm lief Jakub Kaminski auf, der Pole mit den sechs Treffern und zwei Assists, der die linke Seite so oft entzündet, dass selbst die Co-Trainer ehrfürchtig pfeifen.

Florian Kainz komplettiert das Comeback-Trio. Der Routinier hatte nur vorsorglich das Training verpasst, sein Knie zuckte nach dem letzten Sprint noch einmal. Gegen den VfL Bochum wird er wieder die Kapitänsbinde tragen – und die Standards schlagen, die in den letzten drei Spielen schon vier Mal eingeschlagen sind.

Thielmann und huseinbasic springen ebenfalls auf

Thielmann und huseinbasic springen ebenfalls auf

Die Liste der Rückkehrer wird länger. Jan Thielmann feierte nach seiner Sprunggelenksprellung sein Comeback im Teamtraining, Denis Huseinbasic meldete sich nach Muskelfaserreiß ab. Beide stehen im Kader, beide sind bereit, die Bank zu erwärmen oder direkt zu brennen. Kwasniok spricht von „einem Luxus, den wir uns in der Länderspielpause erarbeitet haben“.

Die Frage nach der Startelf wird zur Kopfnuss. Denn neben den Neuen kehrt auch die Konkurrenz zurück. Justin Diehl, Linton Maina, Dejan Ljubičić – alle warten auf ihre Minuten. Der Coach lacht trocken: „Wer zuletzt sprintet, spielt.“

Simpson-pusey fehlt gesperrt – und die abwehr brennt

Simpson-pusey fehlt gesperrt – und die abwehr brennt

Der Blick auf die Ausfälle bleibt bitter. Jahmai Simpson-Pusey muss wegen Gelb-Rot zuschauen, Sebastian Sebulonsen sitzt wegen Fünfter Gelb neben ihm. Joel Schmied und Alessio Castro-Montes laborieren an Muskelbündelrissen, die sie wochenlang rauswerfen. Die Innenverteidigung droht zur Achillessehne zu werden – und der Gegner heißt Bochum, das in letzten drei Auswärtsspielen acht Mal traf.

Fynn Schenten kämpft mit einer Magenverstimmung, die ihn nachts noch aus dem Bett wirft. Timo Hübers und Luca Kilian absolvieren Einzeltraining, ihre Kreuzbänder sind Geschichte für diese Saison. Die Klinikliste ist lang, doch Kwasniok nutzt sie als Motivation: „Jeder, der jetzt springt, schreibt sich in die Geschichtsbücher ein.“

Am Samstag um 15.30 Uhr rollt der Ball im RheinEnergieSTADION. 100. Mal Bundesliga-Duell, 100. Mal Köln gegen Bochum. Die Zahlen sprechen für die Hausherren: 38 Siege, 30 Remis, nur 31 Niederlagen. Doch die Tabelle lügt nicht – beide Teams stehen im Keller. Ein Sieg würde Köln auf Platz 14 katapultieren, eine Niederlage könnte die Abstiegsränze öffnen. Die Luft ist dünn, die Nerven blank. Kwasniok blickt auf seine Rückkehrer: „Die Jungs wollen nicht nur spielen, sie wollen Bochum wegschießen.“ Die Fans werden sie dabei haben – und die Gewissheit, dass endlich wieder Tore fallen könnten.