Kvandal stürzt prevc vom thron – ström fliegt 235 m und kratzt am weltrekord

Vikersund – Ein Satz, zwei Fakten: Eirin Maria Kvandal hat Nika Prevc besiegt, und Anna Odine Ström hat den Weltrekord nur um einen Handbreit verpasst. Die Norwegerinnen demontierten im ersten Skifliegen der Saison die bisherige Ordnung und schickten eine Warnung Richtung Planica.

Kvandal setzt sich auf dem monsterbakken durch

Die 22-Jährige aus Oslo landete im ersten Durchgang bei 218,0 m, im zweiten bei 223,0 m – stabil, aggressiv, ohne Sichtungspause. 425,9 Punkte bedeuteten den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere. Frida Westman (420,5) wurde zweite, Prevc blieb mit 411,3 Zählern hängen und musste erstmals seit sieben Wochen eine Niederlage einstecken.

Die Krönung lieferte Ström. Die Doppel-Olympiasiegerin jagte im Finale 235,5 m durch das Vikersunder Eiswindloch – nur 0,5 m unter Prevc’ Rekord aus dem Vorjahr. Der Flug dauerte 8,4 Sekunden, die Landung war sauber, die Lautsprecher brummten. Platz fünf, aber alle redeten über sie.

Reisch verpasst finale, aber rekord schon vor dem frühstück

Reisch verpasst finale, aber rekord schon vor dem frühstück

Agnes Reisch war schon um 8:14 Uhr im Probedurchgang unterwegs. 213,5 m – neuer deutscher Rekord, fünf Meter weiter als ihr gestriger Bestwert. Im Wettkampf zog sie dann die Handbremse: 201,5 m und 192,0 m, Platz 14, keine Medaille, aber ein Namensschild in der Statistik.

Katharina Schmid dagegen wartet weiter auf die 200-m-Marke. 186,0 m reichten nur zu Rang 20, Selina Freitag (17.) und Juliane Seyfarth (19.) verpassten ebenfalls den zweiten Umlauf. Schmids Traum lebt bis Planica – oder er stirbt mit ihrer Karriere am 28. März.

Der weltcup wird ungemütlich für prevc

Der weltcup wird ungemütlich für prevc

Die Slowenin führt zwar weiter die Gesamtwertung an, doch die Lücke schrumpft. Kvandal holte 100 Punkte auf, Westman 80. Die Nordische Ski-WM ist vorbei, die Flugsaison beginnt – und mit ihr ein neues Machtgefüge. Prevc muss jetzt antworten, nicht nur springen.

Am Sonntag um 9:30 Uhr geht es weiter, live auf HBO Max. Wer dann noch schläft, verpasst vielleicht den nächsten Rekord – oder die nächste Demütigung.