Kubo kehrt zurück: real sociedad wartet auf ihren japanischen turbo

Takefusa Kubo, 22 Jahre alt, 1,73 Meter klein, 72 Millionen Euro teuer – und seit 18. Januar unsichtbar. Jetzt, nach 63 Tagen Zwangspause, soll der Japaner in Zubieta wieder mit der Gruppe trainieren. Das sagte Pellegrino Matarazzo, das bestätigte Kubo selbst, und das erklärt, warum an diesem Montag um 15:00 Uhr alle Kameras auf dem Trainingsplatz stehen werden.

Die woche, in der kubo wieder fahrt aufnimmt

Real Sociedad hat Sonntag frei gegeben, Montag ist Pflicht. Wer mitmacht, wer humpelt, wer sprintet – jede Bewegung wird durchgerechnet. Denn der Klub spielt am 4. April gegen Levante, und die Rechnung lautet: Wenn Kubo diese Woche vier Tage mit der Mannschaft trainiert, darf er am Sonntag in Anoeta ein paar Minuten springen. Drei Tage später folgt Alavés, dann Pokalfinale – und der Japaner will keinen Termin verpassen.

Die Verletzung war ein Knall. Barcelona, 18. Januar, 77. Minute. Kubo zieht sich vom Feld, die Hand vor dem Gesicht, die Beine auf der Trage. Muskelbündelriss, sofortige Diagnose, sofortige Schmerzen. Seitdem ist der Flügelspieler ein Gespenst: da, aber nicht da. Er flog nach Tokio, arbeitete mit japanischen Physiotherapeuten, kehrte Anfang Februar zurück und schob seitdem Einheiten im Leerlauf. Ein Foto am 26. Februar zeigt ihn beim Ballkontakt – mehr nicht.

Von der trage zum turbo: der countdown läuft

Von der trage zum turbo: der countdown läuft

Die medizinische Abteilung hat ihm einen Plan auf den Rücken geschrieben: 14 Tage Gruppentraining, danach Spielminuten. Die Uhr tickt. Kubo muss heute sprinten, morgen dribbeln, übermorgen schießen. Kein Kontrolliertes, kein Halbes – Vollgas oder nichts. Denn ohne ihn wirkt die rechte Seite wie ein Zimmer ohne Licht: Barrenetxea ist fleißig, aber nicht explosiv; Oyarzabal zieht nach innen, aber vermisst den Partner.

Die Fans warten auf den Moment, in dem Kubo sich das erste Mal mit Merino verpasst, auf den Pass in die Tiefe, auf den Trick, der die Kurve verlässt. 4. April, Anoeta, 14.00 Uhr – das Stadion könnte explodieren, wenn der Lautsprecher seinen Namen ruft. Oder es bleibt leise, weil die Knöchel noch zittern. Die Entscheidung fällt diese Woche, zwischen den Laktattests und den Taktikbildern.

63 Tage ohne ihn, 63 Tage, in denen Real Sociedad 2,1 Tore pro Spiel schießt – aber nur 1,3, wenn der Gegner tief steht. Die Statistik lügt nicht: Mit Kubo zieht die Mannschaft 0,8 mehr Schüsse aus halblinker Position, gewinnt 12 Prozent mehr Zweikämpfe im letzten Drittel. Er ist kein Spieler, er ist ein Multiplikator. Und er weiß es. „Ich will die Copa erreichen“, sagte er vor einer Woche in die Kamera – und meinte: Ich will sie gewinnen.

Die nächsten Tage sind kein Probedruck, sie sind ein Schnelltest. Montag: Gruppenlauf. Dienstag: Reaktionssprint. Mittwoch: Spielstand 11 gegen 11. Donnerstag: Entscheidung. Wer dann noch zögert, fliegt raus aus dem Kader. Kubo kennt die Regel, er hat sie selbst geschrieben: Wer fit ist, spielt. Wer spielt, trifft. Wer trifft, wird Geschichte.

Am Freitag werden die Mediziner ein Formular unterschreiben: grün oder rot. Grün bedeutet Anoeta, rot bedeutet Bank. Für Kubo gibt es kein Gelb. Er will nicht dabei sein, er will entscheiden. Und wenn er am 4. April hereingeflattert kommt, wird das Stadion wissen: Der japanische Turbo ist zurück – und mit ihm der Glaube an eine Copa, die seit 1987 auf sich warten lässt.