Mercedes rastet auf zebrastreifen aus: zwei frauen tot, fahrer festgenommen
Nur zehn Meter bis zur sicheren Seite. Dann krachte die Mercedes C-Klasse in zwei Fußgängerinnen auf dem Corso Garibaldi. Die 57 und 52 Jahre alten Ukrainerinnen starben noch in der Nacht vom 22. auf den 23. März – die jüngere Frau im Krankenhaus, die ältere sofort.
Der wagen trug sie 20 meter mit
Zeugen berichten von quietschenden Reifen, dann dem dumpfen Aufprall. Die Mercedes prallte gegen geparkte Autos, ehe sie zum Stehen kam. Die Polizia Locale fand den 34-jährigen Neapeler Fahrer verwirrt am Steuer. Seine Fahrerkarte zeigt: er war in den letzten 14 Tagen 120 Stunden unterwegs.
Blutprobe und Urinprobe sind im Labor. Erste Indizien lassen auf überhöhte Geschwindigkeit schließen – die geschätzte 70 km/h bei erlaubten 50 km/h wären ein Todesurteil auf dem feuchten Asphalt. Die Staatsanwaltschaft Neapel ermittelt wegen doppelten Totschlags.

Die stadt trauert – und schaltet
Bürgermeister Gaetano Manfredi kündigte für heute Nachmittag eine Schweigeminute an. Gleichzeitig ordnete er Blitz-Kontrollen an weiteren zehn Zebrastreifen an, die die Metropolia als „höchstrisikozonen“ einstuft. 2024 starben in Neapel bereits 17 Fußgänger – so viele wie im Vor-Corona-Jahr 2019.
Die Familien der Opfer haben kein Geld für die Rückführung. Das ukrainische Konsulat organisiert eine Spendensammlung. Die Mercedes steht noch immer abgeschleppt in der Depot-Halle – mit zertrümmertem Kühlergrill und zwei aufgerissenen Airbags. Die Insassen hatten keine Chance.
