Krösche zögert, riera schweigt: eintracht-frust wird zur schlammschlacht

Markus Krösche sprach nur 27 Sekunden, aber jede war ein Hammer. „Albert ist heute kein Thema“, sagte der Sportvorstand nach dem 1:2 gegen Hamburg – und schickte damit seinen eigenen Trainer vor laufender Kamera in die Wüste. Kein Rückhalt, kein Schulterklopfen, nur ein kaltes „Wir besprechen intern“. So klingt Trennungsmusik.

Die lunte war schon vor dem anpfiff angezündet

Im Waldstadion pfiffen eigene Fans, als Albert Riera vorgestellt wurde. Die Ursache: eine sechsminütige Pressekonferenz-Randale, in der der Spanier miese Stimmung im Team als „Bullshit“ bezeichnete. „Wenn du diesen Klub nicht liebst, dann geh‘“, schleuderte er einem Reporter entgegen. Die Szene ging viral – und vergiftete das Klima endgültig. Krösche sah sich genötigt, die Wortwahl zu entschuldigen, ohne den Coach zu decken. „Albert hat das Herz auf der Zunge. Gut oder schlecht – das ist seine Sicht“, kommentierte er nüchtern.

Die Zahlen liefern den wahren Vorwand für einen Rauswurf: sieben Spiele ohne Sieg, nur vier Treffer in den letzten fünf Partien, Abstiegszone zwei Punkte entfernt. Die Mannschaft wirkt kopflos, die Trainer-Vorgaben zerfasern nach 20 Minuten. „Wir müssen uns an die eigene Nase packen“, sagte Kapitän Kevin Trapp – eine Floskel, die in Frankfurt inzwischen Standard ist.

Kein geld für einen fehlgriff

Kein geld für einen fehlgriff

Die Eintracht sitzt in der Zwickmühle. Ein vorzeitiger Abschied kostet rund vier Millionen Euro Abfindung, zuzüglich Nachfolger-Gehalt. Gleichzeitig droht das Ausscheiden aus dem Europacup, das 15 Millionen Prämie kosten würde. Krösche wagt deshalb kein Bekenntnis, um im Sommer alle Optionen offen zu halten. Intern kursiert bereits die Liste: Domenico Tedesco, Sebastian Hoeneß, Adi Hütter – alles Kandidaten, die bereitstehen, falls der Riegel endgültig fällt.

Riera selbst spielt den Gelassenen. „Ich denke nicht über Dinge nach, die ich nicht kontrollieren kann.“ Doch seine Körpersprache verrät ihn: gebeugte Schultern, abwesender Blick, die Stimme nur noch ein Flüstern. Am Samstag flog er direkt nach Mallorca, ohne die Spieler zu verabschieden. Laut Insidern war das keine kurze Auszeit, sondern ein stiller Abschied.

Die nächsten 14 Tage entscheiden. Läuft es gegen Bochum und Augsburg weiter schief, dürfte Krösche den roten Knopf drücken. Dann wäre nicht nur ein Trainer Geschichte, sondern auch ein ganzer Saisonplan. Die Eintracht stünde ohne Konzept da – und der Sportvorstand hätte sich selbst zum nächsten Bauernopfer gemacht.