Kreuzband-aus: werder bremen verliert torjäger topp – abstiegskampf wird zum nagelkreuz

Knallhart. Keke Topp zieht sich beim Shooting-Drill einen Kreuzbandriss im linken Knie zu, fällt für den Rest der Saison aus – und damit genau dann, als Werder Bremen den Atem der Tabelle wieder spürt.

Die diagnose trifft den klub mitten in die fußgelenke

Donnerstag, 16:41 Uhr, Weser-Training. Ein ungewollter Zweikampf, ein unschöner Auftritt, ein Riss. Die MRT-Bilder liefern das Urteil so knallhart wie ein Ellbogencheck: vorderes Kreuzband komplett durch. 22 Jahre, 20 Bundesliga-Spiele, ein Tor, eine Vorlage – und jetzt Monate Reha statt Abstiegs-Endspiele.

Peter Niemeyer, Werders Leiter Profifußball, spricht von einer „bitteren Nachricht“. Das ist Manager-Sprech für: Wir verlieren gerade unseren einzigen Stürmer, der sich noch bewegen kann wie ein Jungspund, während die Abstiegszone nur drei Punkte entfernt lauert.

Die Zahlen sind ein Schlag ins Kontor: Ohne Topp bleiben nur Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug als nominelle Spitzen, doch beide zehren von Belastungsgrenzen. Der Rest der Offensive? Gefühlt eine Mischung aus Ersatzbank und U-23. Trainer Ole Werner muss nun gegen RB Leipzig am 4. April eine Lösung finden, die seine ohnehin wackelige Defensive nicht weiter entblößt.

Die Stimmung in Pelkum? Enttäuscht, aber nicht überrascht. Wir kennen diese Saison: Jedes Mal, wenn Werder auf die Beine kommt, schlägt das Verletzungspech zu. Topp ist kein Selbstläufer, aber er war der einzige Bremer, der noch in jedes Sprintduell startet wie ein Startblock. Seine Laufwege öffneten Räume, die in der Statistik nur als „Vorarbeit“ auftauchen, auf dem Platz aber ganze Abwehrketten verschieben.

Der zeitplan jagt werder mehr als die gegner

Der zeitplan jagt werder mehr als die gegner

Die Reha beginnt sofort, doch realistisch wird Topp frühestens im Wintertrainingslager wieder auf dem Rasen stehen. Bis dahin muss Werder sieben Abstiegs-Endspiele überstehen – und die Lizenzspielerliste lässt keinen nennenswerten Nachschub zu. Die Transferperiode ist zu, der Kader dünn wie Eis auf der Weser im März.

Für die Fans bleibt nur das Ritual: Hoffen, dass Ducksch seine Tor-Schnelligkeit wiederfindet, dass Mitrović endlich mal zwei Spiele hintereinander durchhält, dass Werder nicht wieder in die Relegation rutscht. Die Erinnerung an 2021 brennt noch. Der Gang in die 2. Liga kostete den Klub damals 35 Millionen Euro – und vier Jahre seelische Amputation.

Topp selbst twitterte vor zwei Wochen noch: „Jeder Tag ein kleines Finale.“ Jetzt steht er vor dem längsten Spiel seiner Karriere. Die Uhr tickt, der Tabelle geht die Puste aus, und Werder muss lernen, ohne seinen jungen Turbo zu leben – sonst wird der Abstieg zur Gewohnheit, anstatt zur Ausnahme.