Krafton muss gefeuerten subnautica-2-chef zurückholen – milliarden-bonus kippt

Der Delaware Court of Chancery schickt Krafton mit durchgerissenen Flossen zurück in die Tiefsee: Der PUBG-Milliardenkonzern muss den rausgeworfenen Unknown-Worlds-CEO Ted Gill sofort wieder auf den Kommandobrücken von Subnautica 2 setzen und die 250-Millionen-Dollar-Bonusfrist um acht Monate verlängern.

Das urteil, das übernahmekäufer weltweit frosteln lässt

Richterin Lori W. Will kippte die Kündigungsargumente in 42 Seiten scharf wie eine Klinge. Ihr Tenor: Mit dem Release-Termin 2026 statt 2025 und der Entlassung des Top-Trios habe Krafton versucht, sich die Nachzahlung für die 500-Millionen-Übernahme von 2021 einfach vom Leib zu halten. „Das Gericht sieht hier ein kalkuliertes Manöver“, schreibt Will – ein Satz, der in Silicon-Valley-Kanzleien wie ein Torpedo einschlägt.

Die Zahlen sind gnadenlos: Ohne Gill, Mitgründer Charlie Cleveland und Technikchef Max McGuire wäre die Bonusfrist am 31. Dezember 2025 abgelaufen – genau 19 Tage vor dem neuen Release-Fenster. Die 258-Tage-Verlängerung bis 15. September verschiebt die Deadline in Reichweite, falls der Early-Access-Start im Mai tatsächlich klappt.

Warum der publisher plötzlich wieder zahlenmässig unter druck steht

Warum der publisher plötzlich wieder zahlenmässig unter druck steht

Krafton hatte argumentiert, das Spiel sei technisch nicht reif, zugleich interne Chats zitiert, in denen Gill angeblich „Motivationstief“ und „Datenklau“ attestiert wurde. Doch die Beweise bröckelten vor Gericht wie Korallen im Säuresee. Keine E-Mail, kein Audit-Log, keine Slack-Datei belegte nachweislich ein Fehlverhalten. Stattdessen flatterte ein Ex-Term-Sheet ins Protokoll, in dem ein Krafton-VP notierte: „Wenn wir 2026 liefern, sparen wir 250 Mio.“

Die Entlassung der Mitgründer Cleveland und McGuire blieb zwar rechtlich stehen – sie behalten aber ihren Anteil an der Erfolgsprämie. Das heißt: Krafton darf sie nicht zurückholen, muss sie aber trotzdem auszahlen, soll die Marke fallen. Ein Scherbenhaufen ohne Personal, aber mit voller Rechnung.

Signal für die spieleindustrie: delaware schützt kreativköpfe

Signal für die spieleindustrie: delaware schützt kreativköpfe

Delaware ist seit Jahren die juristische Heimat von Activision, EA, Epic und Co. Das Gericht dort behandelt Earn-outs nicht mehr als netten Bonus, sondern als verbindliche Kaufpreis-Nachschlag. Wer kreative Teams kauft, um sie anschließend auszutrocknen, riskiert eine Rückwärts-Milliarde plus Imageschaden. Die Richterin macht keinen Hehl: „Die Branche muss lernen, dass Verträge keine Einbahnstraßen sind.“

Für Krafton steht jetzt ein Albtraum bevor: Subnautica 2 muss trotz interner Machtkämpfe pünktlich erscheinen, der Milliardenbonus droht erneut, und die eigenen Aktionäre fragen sich, warum ein 13-Milliarden-Konzern wegen 250 Millionen vor Gericht zerrissen wird. Die Antwort liegt 200 Meter unter Meeresspiegel – und wird lauter, je näher der Mai rückt.