Kornetka übernimmt sofort: braunschweig setzt auf den mann hinter rangnick

Nur acht Stunden nach Backhaus' Rauswurf steht der neue Mann vor den Spielern: Lars Kornetka, bisher Co-Trainer der österreichischen Nationalmannschaft, unterschreibt bis 2028 und übernimmt sofort. Die Löwen reagieren auf den freien Fall – nur ein Punkt trennt sie vom Relegationsplatz.

Kornetka bringt erfahrung vom fc bayern, rb leipzig und der champions league

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Der 48-Jährige war nie Chefcoach, aber überall dabei: Videoanalyst beim Triple 2013 mit dem FC Bayern, Assistent von Rangnick in Leipzig, Leverkusen und Eindhoven, Co-Trainer bei der Quali-Offensive der ÖFB-Elf. „Ich kenne die Drucksituation, ich kenne die Analyse-Tools, ich kenne die Spieler – und ich kenne die Lösung“, sagt er nach der ersten Trainingseinheit.

Die Vereinsspitze schwärmt. Geschäftsführer Sport Benjamin Kessel: „Er sprach vom ersten Moment Klartext. Kein Blabla, keine Ausreden. Ein Plan, wie wir den Bock umstoßen.“ Dabei bleibt Kornetka bis zur WM in Katar auch Österreichs Assistent. Doppelbelastung? „Kein Thema“, sagt er. „Die Bundesliga macht ohnehin Pause, mein Stab übernimmt die Einheiten, ich bin per Video live dabei.“

Die Spieler bekamen die Nachricht per WhatsApp-Gruppe. Kapitän Jannis Nikolaou: „Er schickte sofort eine zwei-minütige Sprachnote: ‚Wir spielen sofort wieder nach vorne, wir pressen, wir schieben, wir glauben.‘ Keine Langeweile, keine Angst. Das hat gefehlt.“

Die Zahlen sind gnadenlos: fünf Spiele, zwei Punkte, nur ein Treffer aus dem Spiel heraus. Die Abwehr kassiert in der Schlussphase, das Mittelfeld verliert 63 % der Zweikämpfe. Kornetkas Antwort: „Wir werden nicht umstellen, wir werden um-denken. Jeder Meter wird neu vermessen.“

Am Samstag schon Testspiel in Magdeburg, dann Gastspiel in Kiel – dem direkten Konkurrenten. Kornetka: „Wenn wir dort gewinnen, ist der Knoten geplatzt. Wenn nicht, bleibe ich trotzdem. Verträge sind Papier, Glauben ist Stahl.“

Die Fans reagierten gemischt. Auf Twitter feierten einige die „Rangnick-DNA“, andere fragen: „Warum wieder ein Co-Trainer?“ Kornetka lacht: „Ich war 15 Jahre Co-Trainer, um genau diesen Moment zu überleben. Jetzt bin ich Chef – und ich habe nicht vor, die Rolle wieder abzugeben.“