Juve-udinese: samstag wird der friaul zum schicksalsspiel

Sieben Mal ist Juventus seit 2001 nach Udine gereist, und jedes Mal schlug das Pendel zwischen Ekstase und Katastrophe aus. Am Samstag, 20.45 Uhr, droht dem Rekordmeister der nächste Friaul-Schock – oder der Sprung auf Platz vier.

Die rollende horror-triologie der letzten jahre

2019 noch jubelten die Bianconeri nach dem 2:1 durch Ronaldo & Co. über den nächsten Schritt zur Meisterschaft. Zwei Saisons später raste die Serie-A-Überraschungsmaschine Udinese mit zwei späten Treffern an Buffon vorbei und schoss die Old Lady aus dem Titelrennen. Die Bilanz seit 2020: zwei Niederlagen, ein Remis, 5 Gegentore in 3 Partien – für Allegri eine kleine Privat-Apokalypse.

Der neue Sturmreiter heißt Kean, doch die wahre Waffe könnte Lautaro Vinicius sein. Der Brasilianer lief in dieser Spielzeit bereits 32 Sprintduelle – 26 gewann er. Kein Wunder, dass Spalletti seine Außenbahnen personell umstellte, um genau diesen Steamroller zu entschären.

Die geisterstunde von paul pogba

Die geisterstunde von paul pogba

Was kaum jemand auf dem Schirm hat: Genau vor einem Jahr fiel Pogba erstmals negativ auf Doping-Tests auf – im Stadion von Udine. Seitdem ist der Mittelfeldstar gesperrt, Juve spart 8 Mio. Euro Gehalt, und die Kommentatoren sprechen vom „Fluch von Friaul“. Ob es Aberglaube ist oder nicht – die Statistik spricht eine deutliche Sprache: ohne Pogba holte die Turiner nur 1,6 Punkte pro Auswärtsspiel, mit ihm 2,3.

Doch die Gefahr kommt diesmal auch von der Tribüne. Zwischen Minute 60 und 75 verliert Udinese laut Running-Statistiken durchschnittlich 7 % an Tempo – genau dann schaltet Allegri seine Doppel-Wechsel: Milik plus Weah erzeugten in 214 gemeinsamen Minuten bereits fünf Torgefälle. Die Uhr tickt also zweimal: für Udineses Kondition und für Juves Champions-League-Traum.

80 Euro für ein album, null gnade für juve

Während draußen Panini-Sammler für 80 Euro ein Komplett-Album erhalten, laufen drinnen die letzten Szenen eines möglichen Saison-Drehbuchs auf. Gewinnt Juve, springt die Mannschaft vor Roma auf Rang vier; verliert sie, darf sie Como am Sonntagabend zittern. Die 3-Punkte-Differenz zwischen Momentglück und Winter-Abstiegskampf ist so klein wie der Platz zwischen Pfosten und Torlinie.

Die Signora ist also wieder da – und der Friaul wartet auf sein nächstes Kapitel. Für Spalletti ist es ein Endspiel im März, für Allegri eine Rechnung mit Vergangenheit. 90 Minuten, die entscheiden, ob Juve im Frühjahr um Titel oder nur um Europacup-Plätze spielt. Die Uhr im Stadio Friuli läuft bereits – und sie schlägt diesmal für beide Seiten.