Kongo-keeper hält kolumbien die nerven nahe – späte erlösung!
Guadalajara bebte gestern eine Achterbahn der Emotionen. Die kolumbianische Nationalmannschaft, favorisiert und mit Stars wie Luis Díaz in ihren Reihen, tat sich gegen die Demokratische Republik Kongo heroisch schwer. Erst ein später Treffer, kurz vor Spielende, sicherte den Sieg, nachdem der kongolesische Torwart Lionel Mpasi seine Mannschaft nahezu im Alleingang am Punkt hielt.

Ein duell der extreme: angriffslust gegen bollwerk
Die Anfangsphase dominierte Kolumbien klar. Ballbesitz, Druck, gefühlt hundert Angriffe – doch Mpasi, der 31-jährige Schlussmann von AC Le Havre, vereitelte reihenweise die Bemühungen der Südamerikaner. Lerma, Díaz, Rodríguez – alle scheiterten am exzellenten Keeper. Die DR Kongo, zunächst nur Zuschauer, fand allmählich besser ins Spiel und zeigte, dass sie nicht ohne Chance sind. Die Trinkpause wirkte wie ein Weckruf, und die Zentralafrikaner kämpften sich mehr und mehr ins Spiel zurück.
Lumumba Vea, der legendäre Superfan Kongos, war nach seiner Genesung von der Ebola-Quarantäne erstmals wieder dabei und bildete eine stoische Erscheinung inmitten der kolumbianischen Gelbwelle im Stadion. Seine Anwesenheit unterstrich die Bedeutung des Spiels für sein Land. Doch trotz aller Bemühungen schien der Knoten bei Kolumbien nicht zu platzen.
Die Kolumbianer drängten, aber die kongolesische Abwehr stand diszipliniert. Dann, in der 76. Minute, die Erlösung: Daniel Munoz traf nach einer sehenswerten Kombination. Das Stadion explodierte förmlich, während die kongolesischen Spieler sichtlich entmutigt wirkten. Es war ein Sieg, der zwar hart erkämpft, aber letztlich verdient war.
Kolumbien hat damit frühzeitig das Achtelfinale der WM vorzeitig erreicht und kann sich am Samstag gegen Portugal entspannt den ersten Platz in der Gruppe K sichern. Die DR Kongo hingegen hat weiterhin alle Chancen auf den Einzug in die K.o.-Runde und trifft parallel in Atlanta auf Usbekistan. Das Spiel zeigte einmal mehr, dass in der Welt des Fußballs – und besonders bei einer Weltmeisterschaft – nichts im Vorhinein feststeht. Die Leistung von Lionel Mpasi wird so schnell niemand vergessen.
