Kongo stürzt usbekistan und fliegt ins achtelfinale
Drei Minuten reichten. Drei Minuten, und der Traum einer Nation wird Realität. Als der Schiedsrichter beim 3:1 gegen Usbekistan pfeift, bricht in Bangui kollektive Ekstase aus. Die Demokratische Republik Kongo steht erstmals überhaupt im Achtelfinale einer WM.
Von 0:1 zur party in drei schritten
Der Auftakt war famos furchtbar. Usbekistan trifft früh, die Kongo-Kicker wirken wie gelähmt. Doch dann schlägt die Stunde von Bakambu, der erste Doppelpack dieses Turniers. Der zweite Treffer fällt in der 71., das dritte in der 88. – und damit in der Phase, in der Usbekistan sonst zuletzt noch die Kraft für einen Konter findet. Diesmal nicht. 54.000 Zuschauer im Mercedes-Benz-Stadium von Atlanta toben, die Hälfte trägt Rot-Gelb-Blau im Gesicht gemalt.
Die Statistik lügt nie: drei Torschüsse innerhalb von 17 Minuten, Quote 100 %. Usbekistan dagegen bleibt bei 63 % Passgenauigkeit in der zweiten Hälfte stecken, weil die Kongo-Achter die Räume zustellen wie eine Menschenkette vor einem Fluss.

Englands albtraum trägt jetzt kongo-farben
Als Gruppendritter geht es für die Zentralafrikaner nicht gegen Brasilien oder Deutschland, sondern gegen England. Das Duell am Mittwoch in Atlanta verspricht Spannung, weil die Three Lions zwar ballbesitzstark sind, aber hinten anfällig für Tempogegenstöße – genau die Spezialität der Kongo-Flügelläufer.
Währenddessen sichern sich Kolumbien und Portugal durch ein taktisches 0:0 die beiden ersten Plätze. Die Kolumbianer um Luis Díaz dürfen am Samstag in Kansas City gegen Ghana ran, Portugal reist in der Nacht auf Freitag nach Toronto und trifft auf Kroatien. Drei verschiedene Zeitzonen, ein gemeinsames Ziel: Viertelfinale.
Doch heute Abend gehört die Welt dem Kongo. In Kinshasa tanzen Menschen auf der Boulevard du 30 Juin, in Goma schwenzen Schulklassen die Fahnen, und selbst im entlegenen Kisangani summt man die Hymne. 28. Juni 2026 – ein Datum, das bald auf Briefmarken stehen wird.
