Kompany-wut: uefa prüft regeländerung nach bayern-trainer-kritik

Ein heftiger Disput um Gelb-Sperren in der Champions League könnte zu einer überraschenden Neuerung führen: Die UEFA prüft offenbar, ob die aktuellen Bestimmungen angepasst werden müssen – ausgelöst durch die wiederholte Kritik von Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany.

Die vorgeschichte: kompanys frust und die sperre

Kompany hatte sich bereits vor dem Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid über die Gelb-Regelung geäußert, die er als „zu aggressiv“ bezeichnete. Sein Argument: Drei Gelbe Karten über einen langen Wettbewerb spiegeln nicht zwangsläufig unsportliches Verhalten wider und können dennoch zu einer Sperre in einem entscheidenden Spiel führen. Der bittere Witz: Im Rückspiel sah Kompany selbst die dritte Gelbe Karte und muss somit im Halbfinal-Hinspiel gegen Paris Saint-Germain fehlen.

Was steckt hinter der uefa-prüfung?

Was steckt hinter der uefa-prüfung?

Laut t-online hat die UEFA bereits zuvor über eine mögliche Anpassung der Sperrschwelle nachgedacht. Kompanys offene Kritik habe die Diskussion im Verband „mindestens hinter den Kulissen mit weiteren Argumenten befeuert“, so der Bericht. Andere Trainer teilen offenbar auch die Einschätzung des Belgiers.

Das Kernproblem: Eine veraltete Regelung? Mit der Reform der Champions League, die mehr Spiele vorsieht, erscheint die unveränderte Sperrschwelle vielen Beobachtern ungerecht. Drei Gelbe Karten in einer langen Saison sollten doch nicht zwangsläufig eine Sperre im entscheidenden Moment nach sich ziehen.

Bayer-boss carro stimmt kompany zu

Bayer-boss carro stimmt kompany zu

Die Diskussion findet derzeit im Club Competitions Committee (CCC) der UEFA statt, in dem auch prominente Vertreter aus der Bundesliga vertreten sind. Fernando Carro, Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, äußerte sich klar: „Ich persönlich teile die Einschätzung von Vincent Kompany.“ Allerdings räumte er ein, dass es im Gremium „unterschiedliche Positionen“ gebe.

Hans-Joachim Watzke, Präsident von Borussia Dortmund und stellvertretender Vorsitzender des CCC, wollte sich auf Nachfrage von t-online nicht äußern, bat aber um Verständnis aufgrund seiner besonderen Rolle.

Welche änderungen sind denkbar?

Konkrete Beschlüsse liegen noch nicht vor. Eine naheliegende Option wäre eine Anhebung der Gelb-Grenze von drei auf vier Verwarnungen. Eine weitere Möglichkeit, die diskutiert wird, ist eine Differenzierung zwischen Spielern und Trainern/Teamoffiziellen. Eine schnelle Entscheidung ist jedoch unwahrscheinlich, da das CCC lediglich Empfehlungen formulieren kann, die letztendlich von der UEFA beschlossen werden müssen.

Die Frage, ob die neue Spielzeit bereits von den geänderten Regelungen profitiert, bleibt offen. Doch eines ist klar: Vincent Kompanys Frust hat eine Debatte ausgelöst, die möglicherweise die Zukunft der Champions League beeinflussen wird.