Kompany verteidigt vinícius – geste der freundschaft vor dem rückspiel?
Madrid bebte eine Szene, die vor dem Champions-League-Duell zwischen Real Madrid und dem FC Bayern viele Fragen aufwarf: Vincent Kompany, Coach der Bayern, empfing Vinícius Júnior, den brasilianischen Star der Madrilenen, mit einer herzlichen Umarmung. Ein Zeichen der Solidarität, das im Nachgang des Spiels für Aufsehen sorgte und Kompanys frühere Äußerungen zu Rassismus in den Vordergrund rückte.
Der unerwartete austausch vor dem anpfiff
Die Szene, die zunächst im Live-Stream unterging, wurde im Nachgang von Amazon Prime gezeigt. Vinícius Júnior suchte Kompany in der Coachingzone auf, die beiden unternahmen ein kurzes Abklatschen – und dann folgte die Überraschung: eine lange Umarmung. Kompany erklärte später: „Das ist das erste Mal, dass ich ihn getroffen habe. Aber ich finde, Viní muss so bleiben, wie er ist.“
Ein klares Bekenntnis: Der belgische Trainer sprach sich unmissverständlich für den brasilianischen Nationalspieler aus: „Ich finde, Vinícius hat meine totale Unterstützung, egal ob er ein gegnerischer Spieler ist oder nicht.“ Diese Worte sind mehr als nur eine sportliche Geste; sie sind ein Echo einer hitzigen Debatte, die sich bereits vor Wochen entzündete.

Kompanys standpunkt: mehr als nur fußball
Die aktuelle Situation hat eine Vorgeschichte. Nach dem mutmaßlichen Rassismus-Vorfall gegen Benfica Lissabon hatte Kompany eine eindringliche Erklärung abgegeben, in der er sich scharf gegen Rassismus aussprach und Vinícius seine volle Unterstützung zusicherte. Er betonte: „Ich finde, man braucht manchmal diese Spieler, die anders sind.“ Dabei spielte er auf eigene Erfahrungen an und plädierte für Respekt, auch wenn es sich um einen Gegner handelt. „Franck Ribéry war für Bayern München einmal so ein Spieler“, erinnerte Kompany, „und da darf man eine Meinung haben, aber nicht über eine Grenze gehen.“
Die Bedeutung, die Kompany dem Vorfall beimisst, geht über den sportlichen Kontext hinaus. Es geht um die Verantwortung, die Profifußballer tragen, sich gegen Diskriminierung einzusetzen. Die Lanze für Vinícius zu brechen, ist für Kompany ein Zeichen der Haltung.
Ob diese Geste die Rivalität auf dem Platz mildern wird, bleibt abzuwarten. Kompany äußerte sich dennoch diplomatisch: „Ich will natürlich nicht, dass er zu gut gegen uns spielt, aber trotzdem wird das immer noch über dem Ergebnis bleiben.“ Die kommenden Wochen werden zeigen, ob diese unerwartete Freundschaftsgeste einen Einfluss auf das Rückspiel in München haben wird.
